Gigantische Kreditblase bedroht China

Die jüngste Downgrade Chinas ist ein Anzeichen dafür, dass die Kreditflut gefährliche Ausmaße angenommen hat. Die Wirtschaft in China wächst nur noch langsam. Die Kreditblase hingegen wächst immer schneller.

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Die Zentralbank Chinas hat seit der Finanzkrise ab 2008 etliche Milliarden in den Bankensektor gepumpt (mehr hier). Die Rating-Agenturen haben seitdem immer wieder Warnungen ausgesprochen. Fitch Ratings hat die Kreditwürdigkeit der chinesischen Staatschulden nun von AA- um eine Stufe auf A+ herabgestuft, wie das WSJ berichtet.

Die Schuldenleiter: Seit 2008 wachsen die Schulden in China doppelt so schnell wie die Wirtschaft. (Grafik: WSJ)

Die Schuldenleiter: Seit 2008 wachsen die Schulden in China doppelt so schnell wie die Wirtschaft. (Grafik: WSJ)

Das ist die erste Herabstufung der chinesischen Staatsschulden seit 1997. Die Regierung in Peking hat versucht, durch eine Kreditflut große Infrastrukturprojekte zu finanzieren und die Industrie zu stärken. Das Wirtschaftswachstum hat der Krise auch lange standgehalten. Im vergangenen Jahren kam schließlich der Einbruch: Die Wirtschaft wuchs so langsam wie seit 13 Jahren nicht mehr (hier).

Der Grund dafür sind die chinesischen Unternehmen. Sie sind so stark verschuldet wie nirgendwo sonst auf der Welt (mehr hier). Sie brauchen Kredite, um weiterhin günstig produzieren zu können. Die ganze Welt kauft billige Produkte aus China. Bis zur Jahreswende konnte China seine Exportzahlen auf einem hohen Niveau halten. Experten sind jedoch skeptisch: Es mehren sich die Hinweise darauf, dass die Behörden die chinesischen Exportdaten manipulieren (hier).

Die Abwertung von Fitch ist ein Warnzeichen: Die Kreditblase könnte bald platzen. Nicht nur die Kreditvergabe der großen Banken ist nahezu grenzenlos. In China gibt es auch einen großen Sektor von Schattenbanken, die so gut wie gar keinen Regulierungen unterworfen sind. Eine neue Pleitewelle in China könnte die schwache Erholung der Wirtschaft im Keim ersticken. Die FT schätzt die Gesamtverschuldung in China auf knapp 200 Prozent des BIP ein.

Die Inflationsrate in China ist derzeit noch ungewöhnlich niedrig. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Geldschwemme der Zentralbank an die japanischen Banken bald direkt nach Europa weiter geleitet wird. Chinesische Investoren kaufen europäische Staatsanleihen. China braucht also bald neues Geld. Ein Anstieg der Inflation in China kann also erwartet werden, auch wenn der IWF in seinem Wirtschaftsbericht die Gefahr der weltweiten Inflation herunterspielt (hier).

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