Hunderte Razzien: Rheinland-Pfalz kauft CD mit Konto-Daten

Rund 4 Millionen Euro zahlte die Landesregierung den anonymen Daten-Dieben. Dafür erhielt Finanzminister Kühl die Konto-Daten von 10.000 Bürgern. Diese stehen unter dem Verdacht, Zinsen nicht versteuert zu haben.

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Am Dienstagmorgen haben Steuerfahnder bundesweit hunderte Razzien durchgeführt. Ziel der Ermittler sind Bürger mit Konten in der Schweiz. Auslöser ist eine bisher geheime Daten-CD. Diese hatte der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) Anfang des Jahres gekauft, berichtet Spiegel Online.

Das Material soll noch umfangreicher sein als die bisher bekannten Daten-CDs, die in den vergangenen Jahren gekauft wurden. Die CD soll Informationen von mehr als 10.000 Bankkunden mehrerer Schweizer Banken erhalten. Es handelt sich um die Credit Suisse, die ehemalige Clariden Leu und die Neue Aargauer Bank.

In den Daten gebe es zwar auch viele kleine Konten. Doch Finanzminister Kühl will mithilfe der Daten rund eine halbe Milliarde Euro einnehmen. Viele der bereits überprüften Konten seien von den Bürgern nicht in ihren Steuererklärungen deklariert worden, zitiert Spiegel Online einen Mitarbeiter des Ministers. Kapitalertrags-Steuern seien auf diese Weise nicht versteuert worden.

Das Bundesland Rheinland-Pfalz zahlte dem anonymen Anbieter der Daten-CD circa vier Millionen Euro. Vor sechs Wochen sei ein großer Teil der Daten auch an Steuerbehörden die der anderen Bundesländer übergeben worden. Die Razzien vom Dienstag seien erst der Anfang. Die Aktion werde noch bis Ende dieses Jahres dauern. Steuerfahnder erwarten nun eine hohe Zahl von Selbstanzeigen.

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