Dramatisch: Autoverkäufe in Deutschland brechen ein

Die letzte Auto-Bastion in Europa fällt: In Deutschland gab es 17 Prozent weniger Neuzulassungen als ein Jahr zuvor. In der EU wurden im März so wenige Autos verkauft wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Im März wurden in der EU 1,35 Millionen Neuwagen verkauft. Das sind 10,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. (Grafik: ACEA)

Im März wurden in der EU 1,35 Millionen Neuwagen verkauft. Das sind 10,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. (Grafik: ACEA)

Im März sind in der EU 1,35 Millionen neue Autos zugelassen worden. Das sind 10,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, so der aktuelle ACEA-Bericht. „Der westeuropäische Automarkt ist auf dem Weg, den niedrigsten Stand seit 1993 zu erreichen, und Deutschland scheint im freien Fall zu sein“, zitiert Bloomberg den Analysten Max Warburton.

In Deutschland wurden im März 17 Prozent weniger Autos gekauft als im Vorjahresmonat. Warburton sagt, dieser Trend sei beunruhigend für die deutschen Hersteller. „Auch wenn die Rentabilität in Deutschland bei weitem nicht so hoch ist wie in China, ist es dennoch ein entscheidender Faktor für die Gewinne der deutschen Autobauer.“

Beim VW-Konzern brachen die Verkaufszahlen in der EU um 9,3 Prozent ein, bei der Hausmarke sogar um 15 Prozent. Bei Peugeot und Ford sank der Absatz um 16 Prozent, bei Opel um 10 Prozent. Ford und Peugeot planen bereits Werks-Schließungen, um dem sinkenden Absatz in der EU zu begegnen. GM wird den Standort Bochum schließen (mehr hier). Und VW baut vor allem in China neue Werke (mehr hier).

Auch die asiatischen Hersteller vermelden Absatzeinbrüche: Toyota ein Minus von 17 Prozent und Hyundai ein Minus von 10 Prozent. Der französische Hersteller Renault verkaufte 9,7 Prozent weniger Autos.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte den Absatz-Einbruch vorhergesagt. „Der Markt wird jeden Tag schlimmer, und zum ersten Mal kann ich den Boden nicht sehen“, zitierte ihn Bloomberg.

Weniger betroffen von den Absatzrückgängen sind die Luxusmarken, die die Rezession in der EU deutlich weniger zu spüren bekommen. BMW verkaufte 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei Audi und Mercedes gab es nur ein Minus von 1 Prozent. Bei Mercedes liegt dies allerdings vor allem daran, dass es beim Smart einen Rückgang um 16 Prozent gab. Die Marke Mercedes hingegen wurde im März sogar 0,8 Prozent mehr gekauft als ein Jahr zuvor.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick