Standard&Poor´s: Banken gefährden Spareinlagen in Österreich

Standard & Poor's spricht eine unmissverständliche Warnung an die österreichischen Sparer aus: Für die Rating-Agentur sind die Rücklagen der österreichischen Banken genau so schwach wie in Irland, Italien oder Frankreich.

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Die Eigenkapital-Quote der drei größten Institute (Bank Austria, Erste Bank, Raiffeisen) sieht die Rating-Agentur Standard&Poor´s (S&P) als nach wie vor zu niedrig an. Die Rücklagen der Banken seien immer noch ihre größte „Schwäche, besonders bei den Großbanken“, heißt es in einem Bericht von S&P zum Rating Österreichs. Im Schnitt liege die Eigenkapitalquote bei 5,5 Prozent. Angemessen sei aber ein Wert zwischen sieben und zehn Prozent. Durch ihr überdurchschnittliches Engagement in osteuropäischen Ländern gelten die österreichischen Großbanken als sensibel gegenüber dortigen konjunkturellen und politischen Entwicklungen.

Die Ratings von S&P lägen um zwei Stufen tiefer, wenn nicht die Möglichkeit auf Staatshilfen im Fall einer Finanzierungskrise bestünde. Eigentlich seien die Rücklagen ähnlich schwach wie bei italienischen, irischen und französischen Banken. Bei der notverstaatlichten KA Finanz, der ausgelagerten Bad Bank für toxische Papiere der Kommunalkredit, liege das Rating sogar vier Stufen höher. Es bestehe eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die KA Finanz weitere Staatsunterstützung braucht, urteilt S&P. In Zypern ist die KA Finanz etwa mit 360 Millionen Euro engagiert.

Auch das umfangreiche Engagement der österreichischen Banken in Osteuropa könnte zu Kreditausfällen führen. Und das, obwohl die größten Banken des Landes im vergangenen Jahr ihren Kapitalstock – zum Teil durch Umschichtungen – gestärkt hatten.

Denn etwa 46 Milliarden Euro bilanzierten alle österreichischen Banken gegen Ende 2012 an Fremdwährungskrediten für Privat- und Geschäftskunden. Davon sind allein 32 Milliarden gegenüber Privatkunden offen. „Mit ca. 25 % aller Ausleihungen an diese Kundengruppe ist Österreich damit eines der wenigen Länder in Westeuropa mit einem so hohen Anteil von Fremdwährungskrediten“, sagte Markus Schmaus, S&P Senior Director – Analytical Manager Financial Institutions in Frankfurt, den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Aufgrund dieser Risiken sind auch die Bankkunden in Österreich einer gesteigerten Gefahr ausgesetzt, Opfer einer Zwangsabgabe zu werden. Diese ist in Zypern bereits beschlossene Sache und wird auch als Musterbeispiel für den Rest der europäischen Mitgliedstaaten reguliert, sobald die Banken durch Risikogeschäfte in Liquiditätsnot geraten.


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