Datenklau möglich: Rechnungshof warnt vor Verwendung des Personalausweises

Die Software des neuen Personalausweises weist schwere Sicherheitslücken auf. Der Bundesrechnungshof warnt vor ihrer Verwendung. Die Bürger werden dem Datenklau und Betrug ausgesetzt.

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Der Bund wirbt für „mehr Sicherheit" durch den neuen Ausweis: Der Gerichtshof sieht das anders. (Screenshot: DWN)

Der Bund wirbt für „mehr Sicherheit“ durch den neuen Ausweis: Der Gerichtshof sieht das anders. (Screenshot: DWN)

Zweieinhalb Jahre gibt es den neuen Personalausweis schon. Offenbar haben die Entwickler der Software nicht mit den IT-Spezialisten unter den Datendieben mithalten können. Der Bundesrechnungshof warnte nach einer Prüfung davor, die Software in Zusammenhang mit dem Perso online zu verwenden. Es bestünden „schwere Sicherheitslücken“, berichtet die Saarbrücker Zeitung.

Eine Mitteilung des Gerichtshofes an den Deutschen Bundestag bemängelt, dass die Sicherheitslücke in der Online-Funktion des Ausweises selbst nach jahrelanger Kenntnis noch nicht geschlossen worden sei. Es bestehe nach Einschätzung der Prüfer daher ein Risiko bei der Verwendung der Funktion.

Durch eine „Ausweis-App“ und ein Kartenlesegerät können sich Besitzer des neuen Persos Behördengänge ersparen und mehrere Online-Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die ohne die digitale Identifizierung des Bürgers bislang nicht angeboten werden konnten. Der Nachteil: Die „Ausweis-App“ hat noch kein Sicherheitszertifikat. Das bedeutet, dass sich die Bürger nicht sicher sein können, ob die Anwendung ohne Risiken genutzt werden kann.

Missbrauch durch Datenklau sei daher nicht ausgeschlossen. Etwa vier Millionen Euro an Steuergeldern flossen in die Entwicklung der Software. Offenbar noch nicht genug. Der Nutzen für die Bürger lässt bislang auf sich warten. Nur eines ist sicher: die Risiken des Missbrauchs von Online-Daten werden von den Behörden immer noch unterschätzt.

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