Geldschwemme: Japaner kaufen spanische Staatsanleihen

Die Geldschwemme der Bank of Japan macht den japanischen Investoren Sorgen. Nun wollen die Japaner ihr Geld ín europäischen Staatanleihen anlegen. Insbesondere die Krisen-Staaten bieten attraktive Zinsen.

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Bereits 2011 gab es einen ähnlich starken Abfall der spanischen Zinsen. Weniger später stiegen die Bonds wieder an. (Grafik: zerohdege)

Bereits 2011 gab es einen ähnlich starken Abfall der spanischen Zinsen. Weniger später stiegen die Bonds wieder an. (Grafik: zerohdege)

Anfang April hatte die Bank of Japan angekündigt, massiv Geld in den Markt zu pumpen. Ziel sei der Kampf gegen die seit Jahrzehnten andauernde Deflation. Dies hat jedoch massive Auswirkungen auf die Rentabilität der japanischen Anleihen. Vor allem Versicherer und Banken hatten in der Vergangenheit große Anteile der Bonds gekauft. Der Blick auf europäische Anleihen ist nun attraktiver geworden. Die EU versucht weiter, mit den unterschiedlichsten Mitteln die Krise in den Griff zu bekommen und Anleihen aus Frankreich, aber auch Spanien und Portugal werfen deutlich mehr Gewinn ab als japanische.

Am Montag haben nun zwei der größten japanischen Versicherer angekündigt, ihre Käufe ausländischer Bonds zu erhöhen und ihr Engagement am inländischen Anleihenmarkt zu reduzieren bzw. stabil zu halten, berichtete das WSJ. Bereits Anfang April gab es erste Anzeichen für ein steigendes Interesse an europäischen Anleihen. „Wir haben kürzlich einen großen Fluss an japanischen Investitionen in Europa erlebt“, sagte Demetrio Salorio von der Société Générale der Businessweek. Vor allem in französische Bonds wurde damals investiert. Kurz darauf fielen die Zinssätze für französische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit auf 1,71 Prozent. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage des Landes ein sehr niedriger Stand.

Ähnliches zeigt sich nun derzeit auch bei den zehnjährigen, spanischen Anleihen. Hier sank die Rendite in den vergangenen Tagen auf 4,5 Prozent, den tiefsten Stand seit November 2010. Rezession, politische Unsicherheit und das immense Defizit des Landes lassen eigentlich höhere Refinanzierungskosten für das Land erwarten.

Bereits Anfang 2011 gab es einen ähnlich großen Zulauf von Investoren in spanische Anleihen, was die Zinskosten für das Land senkte – trotz der schlechten wirtschaftlichen Daten der EU. Die Zuversicht und die Risikobereitschaft der Investoren war jedoch nicht getrübt. Etwa ein Jahr später allerdings zeigte sich die Wirkungslosigkeit der politischen Schritte in der EU und die Rendite für Spanien stieg wieder deutlich (siehe Grafik).

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