Italiener protestieren gegen die politische Elite

Am Wochenende protestierten hunderte Demonstranten in Rom vor dem Parlament gegen die Wiederwahl Napolitanos. Beppe Grillo sprach sogar von einem Putsch.

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Die Wiederwahl Napolitanos als Staatspräsident Italiens wurde von Beppe Grillo harsch kritisiert. In einer Pressekonferenz nach der Wahl sprach er von einem Putsch der etablierten Parteien. Über Twitter hatte er da bereits aufgefordert, nach Rom zu marschieren, er wolle dort Millionen Menschen sehen. Von Samstagnachmittag bis spät in die Nacht hatten dann die Anhänger von Grillos Movimento 5 Stelle in Rom protestiert. Auch am Sonntag war es zu Protesten gekommen. Grillo warf den etablierten Parteien vor, in Hinterzimmern heimliche Deals zu verabreden.

Beppe Grillo selbst gelang es aufgrund der Menschenmassen nicht, direkt auf den zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Parlament zu gelangen, berichtet die italienische Zeitung Corriere della Serra. Grillo zufolge wurde er von Journalisten aufgehalten. Deshalb stieg er, als sein Auto nicht mehr weiter kam, an Ort und Stelle auf das Dach seines Autos um zur Menge zu sprechen. Die Demonstranten selbst zogen im Laufe des Abends auch noch zum Kolloseum.

Aus den anderen Parteien erhielt Grillo für seinen Aufruf und seine Kritik keinen Rückhalt. Sie verglichen ihn mit Benito Mussolinis „Marsch nach Rom“ von 1922. „Mussolini und Hitler sagten die selben Dinge wie Grillo“, sagte der Chef der Lega Nord und Gouverneur der Lombardei, Roberto Maroni“, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. „Ich halte nichts davon, dem Parlament Angst zu machen“, so Roms Bürgermeister Gianni Alemanno. „Grillo soll Rom respektieren.“

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