Trotz Krise: Staaten in Europa machen noch mehr Schulden

In mehr als zwei Drittel aller EU-Staaten haben sich im vergangenen Jahr die öffentlichen Schulden erhöht. Insgesamt stieg der Schuldenberg im Euroraum 2012 um mehr als drei Prozent an. Spanien, Frankreich und Italien haben besonders über die Stränge gehauen.

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In nahezu allen EU-Ländern ist öffentliche Brutto-Schuldenstand 2012 gegenüber 2011 gestiegen (Grafik: Eurostat, DWN).

In nahezu allen EU-Ländern ist öffentliche Brutto-Schuldenstand 2012 gegenüber 2011 gestiegen (Grafik: Eurostat, DWN).

Erst kürzlich hat Portugals Regierung neue Sparmaßnahmen im Umfang von 800 Millionen Euro angekündigt. Doch wie die aktuellsten Daten von Eurostat zeigen, tragen die Sparmaßnahmen letztlich nicht zur Reduzierung der Schulden in der EU und der Eurozone bei. Zwar hat sich das öffentliche Defizit in der EU und der Eurozone im vergangenen Jahr verbessert. Der öffentliche Schuldenstand der Euroländer insgesamt ist jedoch beispielsweise von 87,3 Prozent auf 90,6 Prozent angestiegen und auch in der EU verschlechterte sich die Bilanz (+2,8%).

Lediglich sechs Mitgliedstaaten konnten 2012 ihren öffentlichen Schuldenstand verringern. Die niedrigsten Verschuldungsquoten liegen derzeit zum Beispiel in Estland, Bulgarien und Luxemburg. In 21 der insgesamt 27 EU-Staaten vergrößerte sich der Schuldenstand jedoch. In Spanien etwa kletterte er von 69,3 im Jahr 2011 auf 84,2 Prozent, in Frankreich auf über 90 Prozent und in Portugal liegt der öffentliche Schuldenstand mittlerweile sogar bei 123,6 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung wälzt Angela Merkel mittlerweile die Verantwortung auf die EU-Kommission ab. Schließlich konnte auch Finanzminister Schäuble keine befriedigenden Zahlen vorlegen (hier).

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