Handelsverband: Zweifel an Reformfähigkeit in Südeuropa

Der deutsche Außenhandel wird in diesem Jahr weiter geschwächt, warnt der Außenhandels-Verband. Der Verband äußert sich „zunehmend pessimistisch, was die Reformfähigkeit der von der Schuldenkrise besonders betroffenen Länder betrifft“.

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Der deutsche Außenhandel wird 2013 ein deutlich schwächeres Wachstum ausweisen als bisher. Die Schuldenkrise und die harte Konkurrenz aus den USA und China belasten die deutschen Exportunternehmen. Der Rückgang in der Exportindustrie kann für Deutschlands Wirtschaft äußerst bedrohlich werden. Schließlich ist das Land stark abhängig von einem erfolgreichen Außenhandel.

Zwar werde das Handelsvolumen der deutschen Exporteure in diesem Jahr noch „moderat wachsen“, aber die deutsche Exportindustrie ist angeschlagen, sagte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), am Montag in Berlin. Die „dicken Brocken liegen noch vor uns“:

„Die weiter schwelende Euroschuldenkrise und der härter werdende Wettbewerb durch ein wirtschaftliches Comeback der USA sowie das Weitererstarken Chinas. Unsere Hauptsorge aber ist, dass wir uns selbst die meisten Steine in den Weg legen. Wir leben von der Substanz und schwächen damit die Basis für unser zukünftiges Wachstum!“

BGA-Präsident Börner: Der Wettbewerb wird härter (Foto: BGA).

BGA-Präsident Börner: Der Wettbewerb wird härter (Foto: BGA).

Börner sei „zunehmend pessimistisch, was die Reformfähigkeit der von der Schuldenkrise besonders betroffenen Länder betrifft“. Doch vor allem die Politiker gefährden die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure. „Wir sehen nicht, dass die Parteien dies ausreichend im Fokus haben.“ Die Politik „sonnt sich vielmehr im Erfolg der Unternehmen und tut nichts, um diesen Erfolg zu konservieren“, so Börner. Statt die Probleme anzugehen, werde die Werbetrommel für die nächste Wahl gerührt.

Während andere Länder in Infrastruktur und Bildung investierten, rede man in Deutschland nur darüber. Die Schulen und Universitäten in Deutschland seien chronisch unterfinanziert. „Stattdessen wird das Geld in eine Abschaffung der Praxisgebühr und in ein Betreuungsgeld gesteckt“, so Börner. Einen weiteren Beweis für das falsche Wirtschaften der Regierung sieht Börner aber auch in der Energiewende. Diese „werde uns viel, viel Geld kosten, und das neben den Multimilliarden, die uns die Euroschuldenkrise bereits koste“. Solche Summen werde man niemals durch Steuererhöhungen aufbringen können (diese sind aber in Planung – hier).

Eine Schwächung der Export-Industrie kann sich Deutschland nicht leisten. Nimmt hier das Wachstum ab, befindet sich das Land schnell in einer Rezession. Allein 2013 machte der Export etwa 44 Prozent des BIPs aus. Die Autoindustrie ist bereits massiv geschwächt.

Insofern erhöht der BGA den Druck auf die Politik, sich von der reinen Sparpolitik zu entfernen. Vor allem geht es jedoch um die drohende Vermögenssteuer, die die Unternehmen unter allen Umständen verhindern möchten.

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