Euro in Gefahr: EZB akzeptiert zypriotische Schrott-Papiere als Sicherheit

Die EZB setzt ihre eigenen Vorgaben für die Kreditvergabe außer Kraft: Sie akzeptiert wieder zypriotische Ramsch-Anleihen als Sicherheit. Damit geht sie ein extremes Risiko ein.

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Die EZB wird zypriotische Staats-Anleihen wieder als Sicherheiten bei der Kreditvergabe akzeptieren. Die großen Rating-Agenturen hatten diese auf Ramsch-Niveau herabgesetzt. Damit erhöht die EZB wieder einmal das Risiko in der eigenen Bilanz.

Anleihen, die von der Republik Zypern ausgegeben oder voll garantiert werden, werden von EZB wieder als Sicherheiten akzeptiert. Die Mindestanforderung hinsichtlich des Kredit-Ratings ist auf unbestimmte Zeit außer Kraft gesetzt worden. Das teilte der Gouverneurs-Rat der EZB am Donnerstag mit. Betroffen sind sowohl alte als auch neue zypriotische Staats-Anleihen. Die Entscheidung ist ab 9. Mai wirksam.

Bei der Kreditvergabe durch die EZB gibt es allerdings massive Abschläge. Wenn eine Bank etwa Staatsanleihen mit einer Laufzeit von über zehn Jahren im Wert von 100 Euro hinterlegt, erhält sie nur Kredite in Höhe von 29 Euro.

Der Gouverneurs-Rat habe bei seiner Entscheidung die Absichtserklärung Zyperns und der EU-Kommission berücksichtigt, die auch von den EU-Mitgliedsländern befürwortet worden sei. Das wirtschaftliche und finanzielle Anpassungs-Programm schätzt die EZB als angemessen ein.

Zypriotische Staatsanleihen haben Ramsch-Niveau. Moody’s gibt Zypern ein Caa3, S&P ein CCC und Fitch ein B. Auch Slowenien wurde kürzlich von Moody’s auf Ramsch-Niveau herabgestuft (hier).

Die extrem lockere Geldpolitik der EZB wird für die Eurozone immer gefährlicher. Die Zentralbank pumpt billiges Geld in den Markt und akzeptiert dafür Sicherheiten, die keine sind. Neben den griechischen Anleihen erhöht die EZB nun den Anteil der Schrott-Papiere in ihrer Bilanz. Schon jetzt entsprechen die zypriotischen Staatsanleihen in der EZB-Bilanz einem Drittel des Eigenkapitals der Zentralbank (hier).

Die Bilanz der EZB ist extrem aufgeblasen. Sie entspricht mittlerweile 30 Prozent des BIP der Eurozone (mehr hier). Sollte die Politik in Zypern scheitern, drohen der EZB massive Verluste. Dies hätte extreme Auswirkungen auf die nationalen Zentralbanken. Sie müssten dann der EZB frisches Kapital zur Verfügung stellen.


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