Sparpolitik gescheitert: Brüssel verkündet massive Rezession in Europa

Die Wirtschaft der Euro-Zone wird 2013 noch stärker schrumpfen als angenommen, so die EU-Kommission. Vor allem im Süden Europas geht es rapide bergab. Staats-Schulden und Arbeitslosigkeit steigen weiter.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die EU-Kommission muss ihre Prognose für die Wirtschaft der Euro-Zone erneut nach unten korrigieren. Diese befindet sich seit dem vergangenen Jahr in einer verheerenden Rezession.

Die Wirtschafts-Leistung der 17 Euro-Staaten falle 2013 um 0,4 Prozent schwächer aus als im Vorjahr, so die EU-Kommission. Nicht nur in den Mittelmeer-Ländern, sondern auch in Frankreich und in den Niederlanden werde die Wirtschaft schrumpfen (siehe Tabelle unten). Den stärksten Rückgang verzeichnen Zypern (-8,7 Prozent), Griechenland (-4,2 Prozent) und Portugal (-2,3 Prozent).

Olli Rehn: „Die EU ist auf nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fokussiert.“

Olli Rehn: „Die EU ist auf nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fokussiert.“

Auch die Schulden der Euro-Staaten werden nach Angaben der Kommission weiter steigen. Denn alle Euro-Staaten machen 2013 neue Schulden.

Spaniens Defizit werde im laufenden Jahr 6,5 Prozent und 2014 sogar 7,0 Prozent betragen. Doch auch Griechenland, Irland, Frankreich, Zypern, die Niederlande, Portugal und andere Länder erhöhen ihren Schuldenstand um mehr als 3 Prozent des BIP und werden somit das Defizit-Ziel der EU verfehlen.

Für das kommende Jahr erwartet die Kommission aber wieder ein Wirtschafts-Wachstum von 1,2 Prozent. Die Begründung: „Der Gegenwind beim privaten Verbrauch und den Investitionen soll langsam abflauen, so dass im nächsten Jahr mit einer von der Binnennachfrage getragenen leichten Erholung zu rechnen ist.“

EU-Währungs-Kommissar Olli Rehn sagte:

Angesichts der sich hinziehenden Rezession müssen wir nun alles daransetzen, die hohe Arbeitslosigkeit in Europa zu überwinden. Der Policy-Mix der EU ist auf nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fokussiert. Die öffentlichen Finanzen werden weiter konsolidiert, doch die Gangart wird langsamer. Gleichzeitig müssen die Strukturreformen verstärkt werden, um Wachstum in Europa zu generieren.

Wenn die EU tatsächlich „nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen“ erreichen will, dann hat sie dieses Ziel offenbar bisher nicht erreicht. Im Gegenteil: Es geht weiter bergab, wie die Kommission erneut bestätigt.

Bereits im Februar musste die Kommission ihre Prognose für die Euro-Zone nach unten korrigieren (hier). Insofern ist die Erwartung von einem Wachstum in Höhe von 1,2 Prozent für 2014 reines Wunschdenken. Die Prognosen für Länder wie Griechenland und Spanien haben gezeigt, wie optimistisch Brüssels Sicht der Dinge ist. Nicht umsonst ist EU-Rats-Präsident von Rompuy ein Verfechter des Positiven Denkens.

Die EU-Kommission erwartet eine noch stärkere Rezession. (Tabelle: EU)

Die EU-Kommission erwartet eine noch stärkere Rezession. (Tabelle: EU)

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick