40 Tote: Syrien-Krieg greift auf die Türkei über

Bei zwei Explosionen in einer türkischen Stadt nahe der syrischen Grenze wurden über 40 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Noch ist unklar, wer hinter den Anschlägen steckt. Am Abend detonierte zudem ein Auto-Tank. Der türkische Premier Erdogan verlangt eine Intervention der USA in Syrien. Die Lage droht außer Kontrolle zu geraten.

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In der türkisch-syrischen Grenzortschaft Reyhanli in der Provinz Hatay haben sich zwei Explosionen ereignet. Nach Angaben von Innenminister Muammer Güler habe es sich dabei um Autobomben gehandelt, die gegen 13.55 Uhr Ortszeit (12.55 Uhr MESZ) in der Nähe des Rathauses und eines Postamtes detonierten. Mindestens 40 Tote haben die Explosionen gefordert, über 100 Menschen wurden verletzt, berichtet Al Jazeera.

Erst vor zwei Tagen sprach der türkische Premier Erdogan davon, dass die syrische Regierung Chemiewaffen eingesetzt habe und forderte die USA auf, einzugreifen. „Es ist klar, dass das Regime chemische Waffen und Raketen genutzt hat“, so Erodgan im Interview mit dem US-Sender CNBC. „Wir wollen, dass die Vereinigten Staaten mehr Verantwortung übernehmen und weitere Schritte einleiten“. Und „welche Art der Schritte die USA unternehmen sollen, darüber werden wir reden“, sagte Erdogan.

In jedem Fall kann eine Ausweitung des Syrien-Konflikts auf die Türkei leicht zu einer Eskalation der Lage führen. Die Türkei als Nato-Staat hat das Recht auf Hilfe der Bündnispartner im Falle eines Angriffs.

In einer ersten Stellungnahme bezeichnete der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu, der sich gerade auf Deutschlandvisite befindet, den Vorfall als einen Akt der „Provokation“. Seiner Ansicht nach gebe es Kräfte, die den Frieden in der Türkei sabotieren wollten.

Stunden nach den ersten beiden Explosionen ist es dann zu einer dritten Detonation gekommen. Dabei soll es sich allerdings nicht um einen Anschlag gehandelt haben. Explodiert sei, so heißt es, ein Auto-Tank. Nach Angaben des Innenministers habe diese Explosion nichts mit den Anschlägen vom Mittag zu tun.

Am Abend gab Güler an, dass die Täter offenbar Kontakte zum syrischen Regime und zum syrischen Geheimdienst hätten. Bestätigt worden seien die Verbindungen zu Mukhabarat, so berichtet die türkische Hürriyet, auch vom stellvertretenden Premier Beşir Atalay.

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