Syrien: Bürgerkrieg greift auf den Libanon über

Im Süden der libanesischen Stadt Beirut kam es zu zwei Raketeneinschlägen. Von mehreren Verletzten ist die Rede. Das Gebiet ist eine Hochburg der schiitischen Hisbollah. Einen Tag zuvor gab der Hisbollah-Führer Nasrallah öffentlich zu, dass seine Truppen die syrische Regierung im Kampf gegen die Rebellen unterstützen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der Bürgerkrieg in Syrien greift erneut auf den Libanon über. Am Sonntag kam es in einem südlichen Stadtviertel der libanesischen Hauptstadt Beirut zu zwei Raketenangriffen. Bisher ist die Rede von mindestens vier Verletzten. Die Anschläge sollen im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien stehen.

Genaue öffentlich gemachte Informationen darüber, wer die Raketen abfeuerte, gibt es jedoch noch nicht. Eine der Raketen schlug in einem Autohaus ein, die zweite in die zweite Etage eines Mehrfamilienhauses, berichtet Al Jazeera mit Verweis auf libanesische Sicherheitsbeamte. Derzeit wird nach einer dritten Rakete gesucht, die ebenfalls abgeschossen wurde, aber nicht explodiert sein soll. Der libanesische Innenminister, Marwan Charbel, sagte die Raketen seien von einem Gebiet südöstlich der Stadt abgefeuert worden sein. Zwei verlassene Raketenwerfer seien in den Wäldern nahe Aitat gefunden worden, so die Armee. Es sei ein Akt der Sabotage gewesen, so Charbel.

Das Gebiet, in dem die Raketen einschlugen, gilt als Hochburg der bewaffneten schiitischen Hisbollah. Am Samstag sagte der Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah das erste Mal öffentlich in einer Fernsehansprache, dass seine Truppen im Bürgerkrieg auf Seiten der Assads kämpfen. Die Rebellen hatten daraufhin gedroht, sich dafür zu rächen.

Nasrallahs Rede ist die erste öffentliche Bestätigung, dass die vom Iran gestützte Gruppe sich direkt am Bürgerkrieg in Syrien beteiligt. In den vergangenen Tagen war es für die Hisbollah-Spitze immer schwieriger geworden, eine Beteiligung zu vertuschen. Dutzende Hisbollah-Kämpfer waren bei Kämpfen in der syrischen Grenzstadt Quasayr getötet worden. Seit sieben Tagen wird in der Stadt gekämpft.

Nasrallah sprach von „Sieg“ in Syrien und warnte vor einem Sturz Assads. Dies würde den Nahen Osten in eine „dunkle Zeit“ stürzen. „Wir werden siegen“.

In der zweitgrößten Stadt des Libanons, Tripoli, kam es in den vergangenen Tagen auch zu Kämpfen. Innerhalb einer Woche wurden 31 Menschen getötet und 212 verletzt.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick