Liberty Reserve: USA stürmen Internet-Bank wegen Geldwäsche

Die amerikanische Justiz geht gegen die in Costa Rica ansässige Firme Liberty Reserve vor. Das Unternehmen betreibt ein internetbasiertes Bezahlsystem. Liberty Reserve soll Kriminellen geholfen haben, illegale Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zu waschen. Die US-Ermittler sprechen von einem weltweit agierenden Geldwäschering.

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Am Dienstag teilten die New Yorker Staatsanwälte mit, dass sie den wohl bisher größten, weltweit agierenden Geldwäschering aufgedeckt haben. Im Vordergrund steht das in Costa Rica ansässige Unternehmen Liberty Reserve. Die Firma bietet ein internationales, internetbasiertes Bezahlsystem an. Geld aus Straftaten wie Pornografie und Drogenhandel in Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar soll über Liberty Reserve gewaschen worden sein, so der Vorwurf.

Über sieben Jahre lang soll mit der Durchführung von 55 Millionen Transaktionen Geldwäsche betrieben worden sein. Liberty Reserve hat Millionen Kunden weltweit – etwa 200.000 davon aus den USA. Der Fall kündigt den Beginn des „Cyber-Zeitalters der Geldwäsche an“, zitiert die New York Times Richard Weber, den Ermittlungen beschäftigt ist. „Wenn Al Cappone heute noch am Leben wäre, hätte er sein Geld auf diese Weise versteckt.“

Kunden konnten bei Liberty Reserve echtes Geld in die digitale Währung LR umtauschen und so weltweite Transaktionen durchführen. Das Unternehmen unterlag nicht wie andere Banken einer Finanzaufsicht. Dies könnte auch den Druck der US-Behörden auf die Internetwährung Bitcoin erhöhen (hier).

Die US-Behörden sprachen von bisher 17 Ländern, die an der Geldwäsche beteiligt gewesen sein sollen. Deutschland wurde bisher noch nicht genannt In Costa Rica, New York und Spanien wurden bereits fünf Personen festgenommen. In Spanien wurde beispielsweise der Gründer von Liberty Reserve, Arthur Budovsky, verhaftet. Die dortigen Behörden durchsuchten seine Büroräume und sein Anwesen.

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