Vor Richtungswandel der Fed: Nikkei bricht ein

Der japanische Leitindex ist erneut eingebrochen. Mit einem Verlust von mehr als fünf Prozent sank er auf den tiefsten Stand seit mehr als einen Monat. Der Grund: Die Nervosität über ein Ende der lockeren Fed-Politik und die weiterhin anhaltende Stärke des Yen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Der japanische Leitindex ist am Donnerstag um 5,2 Prozent eingebrochen (Grafik: ariva.de).

Der japanische Leitindex ist am Donnerstag um 5,2 Prozent eingebrochen (Grafik: ariva.de).

Der Nikkei ist am Donnerstag um fast 5,2 Prozent eingebrochen. Insgesamt verlor er 737 Punkte und fiel mit einem Schlussstand von 13.589 Punkten auf den niedrigsten Stand seit einem Monat. Die Blicke der Investoren richten sich derzeit verstärkt auf die Fed. Es wird ein Ende der lockeren Geldpolitik durch die US-Zentralbank erwartet. Gleichzeitig zeigt der weiterhin starke Kurs des Yen, dass das massive Gelddrucken der japanischen Zentralbank noch nicht die erwünschten Erfolge zeigt.

Der japanische Wirtschaftsminister Akira Amari versuchte indes erneut, die Gemüter zu beruhigen. Man werde sich nicht von den Märkten treiben lassen. Die Bank of Japan werde geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Stabilität der japanischen Anleihen zu sichern, zitiert Reuters Amari. Die japanischen Bonds hatten in den vergangenen zwei Wochen an Wert verloren, was zu einer Erhöhung der Rendite führte (hier). Nun stieg der Wert der Anleihen jedoch wieder und drückte die Zinssätze für zehnjährige Anleihen auf 0,89 Prozent. Dies kann die japanische Regierung massiv unter Druck setzen. Extrem niedrige Zinssätze hatten in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Nachfrage nach den Staatsanleihen stark zurückging.

Die Entwicklungen an der japanischen Börse machen deutlich, wie abhängig sich die Finanzmärkte von der Geldpolitik der Zentralbanken gemacht haben. Erst vergangene Woche kam es zu einem massiven Einbruch an der japanischen Börse, der zur Aussetzung des Bond-Handels führte. Gleichzeitig macht sich auch in den USA Unruhe breit. Dort kam es zu einem regelrechten Ausverkauf von Staatsanleihen (mehr hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***