Deutscher Papst-Banker: „Es gibt keine Mafia-Konten in der Vatikan-Bank“

Der Chef der Vatikanbank von Freyberg sieht keine Verstrickungen der Bank zur Mafia bzw. Geldwäsche. Man sei ein kleines gut ausgestattetes Finanzinstitut. Bis zum Sommer will von Freyberg dennoch alles genauestens Prüfen und alle Anforderungen der internationalen Finanzaufseher erfüllen.

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Im Februar hatte der deutsche Manager, Ernst von Freyberg, den Chefposten bei der Vatikanbank (IOR) übernommen. Mafia-Konten und Hinweise auf Geldwäsche, wie es der Bank in der Öffentlichkeit vorgeworfen wurde, konnte er bis jetzt nicht finden.

Ziel seiner Arbeit sei es, „aus der Vatikanbank einen anerkannten Dienstleister innerhalb der katholischen Weltkirche zu machen“, sagte der Chef der Vatikanbank. Man wolle der Botschaft des Papstes nicht mit einem schlechten Ruf entgegenstehen, zitiert die der FAZ (Freitagsausgabe) von Freyberg. Deshalb sollen bis zum Sommer „alle Anforderungen der Finanzaufseher im Vatikan und der internationalen Prüfer bis ins kleinste Detail“ erfüllt werden. Jede einzelne Kundenbeziehung solle in den kommenden Monaten noch einmal von außen überprüft werden.

Für von Freyberg ist die Reputation der Vatikanbank der wichtigste Teil seiner Arbeit. Und er ist von der Institution überzeugt, wie in einem Interview mit dem Radio Vatikan zu erfahren ist:

„Als ich herkam dachte ich, dass ich vor allem tun müsste, was man allgemein als ‚Aufräumen’ bezeichnet, und dass ich mit unvorschriftsmäßigen Konten umgehen müsste. Aber davon kann ich – bis jetzt – nichts entdecken. Das heißt zwar nicht, dass es das nicht gibt, aber es meint, dass es wichtigere Dinge gibt. Die wichtigste Aufgabe betrifft unsere Reputation. (…) Ich bin überzeugt, dass wir eine gut geführte, saubere Finanzinstitution sind. Natürlich können wir, so wie alle anderen, auch noch besser werden. Vor allem müssen wir kommunizieren. (…) Es ist das Recht jedes Mitglieds der Katholischen Kirche auf der ganzen Welt, über diese Institution gut informiert zu sein.“

Nummernkonten ohne Namen gebe es bei der Vatikanbank beispielsweise auch nicht. Dies sei seit 1996 technisch unmöglich und würde auch gegen das Vatikanrecht verstoßen, sagte von Freyberg. „Ich habe mir selber das System angesehen und Zufallsproben gemacht: Ich habe keine Anzeichen für Nummernkonten gefunden.“ Dass aber vielleicht noch Nummernkonten von vor 1996 existieren, „würde in unserem System nicht funktionieren.“

Die Vatikanbank (IOR) wurde 1942 gegründet und betreut heute nahezu 19.000 Kunden. „Das ist winzig. Es gibt wenige kleinere Banken als unser Institut“, so von Freyberg. Eine Aufgabe der Bank sei es, die Einlagen der Kunden zu verwalten. Darüber hinaus leiste die Bank aber auch „Auszahlungsdienste vor allem für den Vatikan und für Orden, die weltweit tätig sind: Wir bringen die Vermögen dorthin, wo immer diese Aktivitäten stattfinden“, so von Freyberg.

Auf die Frage, ob die Vatikanbank dass streng genommen keine Bank sei, antwortete von Freyberg:

Wir sind keine Bank. Wir verleihen kein Geld, wir machen keine direkten Anlagengeschäfte, wir machen keine Spekulationsgeschäfte. Unser Kerngeschäft ist das Anlegen von Einlagen in Rentenpapiere, einige Unternehmensanleihen etc., so dass wir den Kunden ihr Geld geben können, wann immer sie es haben möchten. Wir stellen sicher, dass das Geld überall hinkommt, sogar an die merkwürdigsten Orte der Welt.“

Etwa 55 Millionen Euro trägt die Vatikanbank zum jährlichen Haushalt des Vatikans bei. Den Großteil des Gewinns erwirtschafte man über Zinsen, so Freyberg. „Das IOR ist stark mit Kapital ausgestattet, 800 Millionen Euro gegenüber 5 Milliarden im Haushalt.“ Das sei doppelt so viel, wie man es außerhalb des Vatikans finden würde. „Während der Wirtschaftskrise hatten wir keine Probleme, keine Regierung hat uns retten müssen, wir sind sehr, sehr sicher.“

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