Spanien: Parlament streicht Subvention von Cocktails für Abgeordnete

Wenn sich spanische Abgeordnete im Parlament in Zukunft einen Gin Tonic genehmigen, werden sie gleich viel zahlen müssen wie in einer Bar. Zur Durchsetzung dieser Maßnahme bedurfte es erst einer Welle der Empörung in der spanischen Öffentlichkeit. Die Volksvertreter können allerdings künftig auf Bier ausweichen - das bleibt sagenhaft billig.

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Die billigen Cocktails der spanischen Parlaments-Cafeterien sind Geschichte. Die führenden Köpfe der politischen Parteien einigten sich am Dienstag darauf, sie von der Karte zu streichen. Bisher konnten Abgeordnete einen Gin Tonic für 3,45 Euro genießen – etwa die Hälfte des Preises in einer normalen Bar, berichtet CNBC.

Zum Thema wurde die Sache erst, als das Parlament begann neue Angebote von Catering-Firmen einzuholen. Die Anbieter mussten darin unter anderem Mittagsmenüs um 9 Euro und günstige Gin Tonics garantieren. Das löste in der spanischen Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung aus. „Es gibt kein Geld für Schulessen, aber welches für Gin“, hieß es vergangene Woche etwa in einem Leserbrief an die Tageszeitung El Pais.

Die konservative Regierung unter Premierminister Mariano Rajoy fährt einen bemühten Sparkurs, der in massiven Kürzungen der öffentlichen Ausgaben und Massenarbeitslosigkeit münden dürfte. Zudem traten umfangreiche Korruptionsaffären rund um die Regierungspartei Partido Popular (PP) ans Tageslicht (hier). Einer Umfrage zufolge liegt die Ablehnung der politischen Elite bei 93 Prozent.

Die wird trotz nicht mehr ganz so billigen Cocktails im Parlament auch weiterhin nicht auf dem Trockenen sitzen. Die anderen Fix-Preise in den Cafeterien bleiben nämlich auf demselben Niveau wie bisher – das beinhaltet auch ein Glas Bier für 95 Cent.

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