Keine Münzen an Privatleute: Indische Zentralbank verhängt Goldverbot

Indiens Zentralbank hat den Banken ihres Landes angewiesen, den Verkauf von Gold an Einzelkunden auszusetzen. Ihren Kunden sollen sie von der Investition in die Münzen abraten. Grund für das Verbot ist die Verschlechterung der indischen Handelsbilanz durch massive Gold-Importe.

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Der Versuch des indischen Finanzministers P. Chidambaram die Bürger Indiens inständig zu bitten, kein Gold mehr zu kaufen, ist gescheitert. Nun erhöht die Regierung den Druck: Wie Reuters berichtet, sagte Chidambaram am Donnerstag, die Indische Zentralbank habe die Banken nun angewiesen, den Verkauf von Goldmünzen an Einzelkunden einzustellen. Seine Aussage kam nur einen Tag nachdem die Zölle auf den Import von Gold von sechs Prozent auf acht Prozent erhöht wurden.

Grund ist die Verschlechterung der Außenhandelsbilanz durch die deutlich gestiegenen Gold-Einfuhren. Indien ist der weltweit größte Importeur des Edelmetalls. Seine Einfuhren schossen im Mai auf 162 Tonnen. Das ist mehr als doppelt so viel wie der monatliche Durchschnitt im bisherigen Rekordjahr 2011.

Das faktische Verbot bedeutet aber nicht, dass dadurch mit einem Abkühlen des Marktes zu rechnen ist. Ein Handelsverbot für eine bestimmte Ware hat meist sogar den gegenteiligen Effekt: Der Kauf wird noch interessanter, die Preise steigen weiter. Die Außenhandelsbilanz Indiens könnte dadurch zusätzlich belastet werden.

Der Kurs des Goldes unterliegt derzeit extremen Schwankungen, nachdem ein Preissturz Investoren verunsichert hat (hier). Experten zufolge soll sich der Goldpreis in den nächsten Jahren weiter nach unten entwickeln (mehr hier). Der Versuch der indischen Regierung, den Goldpreis zu drücken, könnte allerdings nach hinten losgehen und die Finanzmärkte weiter verunsichern.

 

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