Türkei: Erdoğan vergleicht Demonstranten mit Terroristen

Premier Erdoğan bleibt stur. Er hält weiterhin am Abriss des Gezi Parks am Taksim-Platz fest. Mehr noch: Erdoğan setzt die Demonstranten mit den Attentätern gleich, die Anfang Februar einen Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt hatten. Am Abend bereiteten zehntausende AKP-Fans dem Premier einen triumphalen Empfang am Atatürk-Flughafen.

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Der türkische Ministerpräsident Erdoğan gibt immer noch nicht nach. Auf seinem Staatsbesuch in Tunesien hat er zum wiederholten Male bekräftigt, dass der Abriss des Gezi Park erfolgen werde. Unterstellungen gegen die Demonstranten, hatte er auch zu bieten.

„Diese Leute gehören zu denjenigen, die zuvor einen Anschlag gegen die US-Botschaft in Ankara verübt hatten. Damit meine ich keinesfalls die Umweltschützer“, zitiert ihn das Nachrichtenportal Haber7.

Zwei Meinungen, zwei Männer

Auf Nachfrage einer Reporterin, ob er die Entschuldigungen des Vizepremier Bülent Arınç an das Volk unterstütze, sagte Erdoğan, dass er sein Bedauern ausspreche für die Vorkommnisse. Doch es gebe kein Land auf der Welt, welches auf den Einsatz von Tränengas verzichte.

„Wir sind darauf bedacht, die Rechte der Mehrheit zu schützen“, so Erdoğan. Mit seiner Haltung macht Erdoğan deutlich, wie groß die Differenzen zwischen ihm und sowohl Arınç als auch Staatspräsident Gül sind. Während Abdullah Gül zuvor klargestellt hatte, dass eine Demokratie nicht nur aus Wahlen bestehe, beharrte Erdoğan auf dem Gedanken, dass Wahlen der einzige Maßstab seien. Ein klarer Frontverlauf ist zu erkennen.

Empfang für Erdoğan

Zehntausende AKP-Anhänger haben Premier Erdoğan bei seiner Ankunft am Atatürk Flughafen in Istanbul feierlich empfangen. Im Gespräch mit dem Fernsehsender A Haber sagte Erdoğan-Berater Hüseyin Çelik, dass er strikt gegen eine derartige Aktion sei.

Die Fans kamen trotzdem. Sie trugen Transparente mit Texten wie „Wir stehen an deiner Seite gegen die Zinslobby“ und

„Menderes habt ihr gehängt, Özal vergiftet, Erdogan geben wir nicht her“.

„Der Premier hat einen derartigen Empfang nicht nötig. Unsere Partei ebenfalls nicht. Jetzt stellen sie sich mal vor, dass dort zwei Gruppen aneinander geraten. Ist es das wert?“, zitiert Radikal Çelik.

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