Österreich: Nationalbank-Vize wegen Bestechung angeklagt

Um in Aserbaidschan und Syrien an Aufträge zu kommen, zahlten zwei österreichische Unternehmen hohe Schmiergelder. In die Zahlungen soll auch der Vizegouverneur der Österreichischen Nationalbank verwickelt sein. Ihm drohen zehn Jahre Haft.

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Der Vizegouverneur der Österreichischen Nationalbank ist am Donnerstag angeklagt worden. Es geht um die angebliche Zahlung von Schmiergeldern an Angestellte der Nationalbanken von Aserbaidschan und Syrien.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat am Donnerstag gegen Wolfgang Duchatczek, den Vizegouverneur der Österreichischen Nationalbank, und acht weitere Personen Anklage eingebracht. Ihnen werden Untreue, Bestechung, Geldwäsche und anderer strafbarer Handlungen vorgeworfen, berichtet Die Presse. Den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Die Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH und die Münze Österreich AG schlossen von Juni 2005 bis Juni 2011 mit Aserbaidschan und Syrien Verträge über den Druck von Banknoten und die Prägung von Münzen ab.

Für den Abschluss der Verträge erhielten die Amtsträger der Nationalbanken von Aserbaidschan und Syrien Schmiergelder in Höhe von 20 beziehungsweise 14 Prozent des Auftragsvolumens. Um die Zahlungen zu verbergen, nutzten die Angeklagten auch Offshore-Konten.

Duchatczek soll seit 2005 an diesen illegalen Aktivitäten beteiligt gewesen sein. Doch der Vizegouverneur bestreitet die Vorwürfe. Das Präsidium der Österreichischen Nationalbank will am 18. Juni über weitere Schritte beraten, so das Institut am Donnerstagabend.

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