Perfekte Kontrolle: Forscher können Drohne mit Gedanken steuern

Forscher haben eine Fernsteuerung für einen Klein-Helikopter entwickelt, die mit der bloßen Kraft der Gedanken bedienbar ist. Die Umwandlung der elektrischen Signale von Gedankenmustern in Bewegungen wird weiter vorangetrieben.

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Eine grafische Vorstellung der Gedanken-Steuerung des Helikopters. (Grafik: Karl LaFleur, Journal of Neural Engineering)

Eine grafische Vorstellung der Gedanken-Steuerung des Helikopters. (Grafik: Karl LaFleur, Journal of Neural Engineering)

Die Steuerung komplexer Vorgänge mittels Gedanken rückt immer näher. Die möglichen Anwendungen dieser Technologie reichen von der Unterstützung bei neurodegenerativen Erkrankungen bis hin zu neuen Formen der Computer-Steuerung.

Beim aktuellen Forschungs-Projekt wurde ein Helikopter unter Zuhilfenahme einer Sensor-bestückten „Mütze“ gesteuert, die die Gehirnströme registriert. Fünf Teilnehmer wurden ausgewählt, um damit einen Computer zu lehren, auf ihre Gedanken-Muster zu reagieren. Dachte die Person daran, die linke oder die rechte Hand zu einer Faust zu ballen, bewegte sich der Hubschrauber in die entsprechende Richtung. Beide Fäuste zu ballen bedeutete nach oben, nichts zu tun bedeutete nach unten. Der Computer übertrug die Signale dann per W-LAN an den Helikopter. Beim Durchfliegen eines Hindernis-Parcours lag die Erfolgsrate der Teilnehmer bei 90 Prozent.

Eine noch feinere Steuerung wäre mit Gehirn-Implantaten zu erreichen. Im Zuge eines anderen Projekts wurde dabei Gelähmten ermöglicht, Roboterarme fein zu steuern. „Das ultimative Ziel ist die Entwicklung einer Anwendung für Menschen mit Behinderung, die ihnen eine Bewegungsmöglichkeit gibt“, sagte Bin He von der University of Minnesota. „Wir wollen einen Rollstuhl steuern, den Fernseher einschalten, und vor allem – das ist mein persönlicher Traum – die Technologie für eine Prothese entwickeln, die so natürliche Bewegungen wie möglich zulässt“, so der Leiter des Forschungsprojektes zur BBC.

Die Methode ist aber noch keine Form des viel weiter gehenden „Gedankenlesens“. Das elektronische System muss praktisch darauf hin „trainiert“ werden, um Gedankenmuster in einer Art Karte der elektrischen Aktivität zu speichern. Diese Karte ist noch immer ein chaotisches und weitgehend unverständliches Durcheinander von elektrischen Signalen. Bewegungen, oder der bloße Gedanke an sie, haben sich aber als vergleichsweise stark und wiederholbar erwiesen.

Technologieunternehmen sehen ein riesiges Potenzial in der Idee. Samsung arbeitet angeblich bereits an einem gedankengesteuerten Tablet-Gerät. Die Vernetzung zwischen Gehirn und Computer soll in Zukunft nicht nur Menschen mit Beeinträchtigung helfen, sondern in den Alltag aller einfließen. Auch die Steuerung von Haushalts-Robotern ist denkbar.

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