Brasilien: FIFA verärgert über Störung durch Protest

Seit über sechs Tagen überziehen Proteste Brasilien. FIFA-Präsident Blatter fühlt sich gestört. Schließlich sei es nicht die Schuld der FIFA und ihres Wettkampfs, dass es den Brasilianern so schlecht geht. Sie wollten die WM und es war ihnen klar, dass die dafür Stadien bauen müssen, so Blatter.

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Sepp Blatter zufolge hat die WM rein gar nichts mit den Protesten zu tun.

Sepp Blatter zufolge hat die WM rein gar nichts mit den Protesten zu tun.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist es in mehreren Städten Brasilien erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Wut der Demonstranten ist groß. Selbst die Rücknahme der Fahrpreiserhöhung durch zwei Bürgermeister am Mittwochabend zeigte kaum Wirkung. Auch der Confederations Cup spürt  immer stärker die Auswirkungen der Proteste. Der FIFA-Präsident Sepp Blatter allerdings sieht keinen Zusammenhang zwischen den tausenden Demonstranten und dem Fußballsport.

„Brasilien hat darum gebeten, die WM auszutragen“, sagte Blatter mit Blick auf die unaufhörlichen Proteste in einem Interview mit dem brasilianischen TV-Sender Globo TV. „Wir haben Brasilien die WM nicht aufgezwungen.“ Die Brasilianer hätten doch gewusst, dass sie für eine gute WM natürlich Stadien bauen müssten, so Blatter weiter. Er könne zwar verstehen, dass die Menschen nicht glücklich sind, „aber sie sollten nicht den Fußball nutzen, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen“.

Nach derzeitigem Stand wird die WM allein hinsichtlich der 12 Fußball-Stadien 3,3 Milliarden Dollar kosten – weit mehr als geplant. Und drei Mal so viel, wie das, was Südafrika 2010 ausgeben musste. Auch hier kam es damals zu massiven Protesten während der WM.

Um die Demonstranten etwas ruhiger zu stimmen, hatten die Bürgermeister von Rio de Janeiro und Sao Paolo am Mittwochabend angekündigt, die Fahrpreiserhöhungen rückgängig zu machen. Doch damit geben sich die Demonstranten nicht zufrieden. In den nächsten Tagen werden auch weiterhin tausende Menschen auf den Straßen erwartet. Die brasilianische Regierung hat deshalb bereits die Nationalgarde in Bewegung gesetzt (hier).

Am Mittwoch hatten 25.000 Menschen in Fortaleza vor dem Confed-Spiel den Zugang zum Fußballstadion blockiert. Hier und in Rio de Janeiro kam es dann zu Straßenschlachten zwischen Polizei und Demonstranten. Eine 13km lange Brücke zwischen Rio und Niteroi war zur Hauptverkehrszeit am Abend nicht passierbar.  Polizisten wollten eine Gruppe Demonstranten am Überqueren der Brücke hindern, so Bloomberg. Daraufhin versuchten einige der Protestler einen Bus in Brand zu setzen, in dem sich noch der Fahrer befand.

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