Deutsche Bahn: Kunden sollen für Hochwasser-Schäden zahlen

Die Deutsche Bahn rechnet bei den ihr entstandenen Schäden durch das Hochwasser mit bis zu einer Milliarde Euro. Dagegen gab es offensichtlich keinen Versicherungsschutz. Nun sollen die Bahnkunden für den Schaden aufkommen – und für die Umstellung auf Ökostrom gleich mit.

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Egal, warum zusätzliche Kosten auf die Deutsche Bahn zukommen, am Ende sollen es Kunde und Steuerzahler zahlen.

Egal, warum zusätzliche Kosten auf die Deutsche Bahn zukommen, am Ende sollen es Kunde und Steuerzahler zahlen.

Die Deutsche Bahn AG rechnet nach der jüngsten Flut-Katastrophe mit Schäden in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Weil die Bahn seit 2007 keinen Versicherung für Hochwasser-Verwüstungen mehr hat, sollen nun die Kunden über höhere Preise dafür aufkommen.

Das ließ Rüdiger Grube, der Vorstandvorsitzender der Deutschen Bahn AG, in einem Interview mit der Bild-Zeitung durchblicken. Auf die Frage, ob die Schäden, die der Bahn durch die Flut entstanden sind, über höhere Preise von den Kunden bezahlt werden, sagte Grube:

„Zu den Preisen können wir erst im Herbst etwas sagen. Aber klar ist: Unsere Kostenbelastung steigt weiter – vor allem wegen der steigenden Umlage für Ökostrom und des jüngsten Tarifabschlusses. Diese erheblichen Zusatzkosten können wir nicht einfach ignorieren.“

Grube spart auch nicht mit Kritik an der Energiewende. Durch diese werde Bahnfahren bestraft. „Wir haben unsere ICE-Flotte im Frühjahr auf Ökostrom umgestellt“, so der Bahn-Chef. Statt diese Umstellung zu fördern, solle das Unternehmen künftig 100 Millionen Euro Umlage zahlen. „Damit würden Kunden, die ökologisch reisen wollen, auch noch bestraft. So darf es nicht sein“, sagte Grube.

Vergangene Woche wurde deutlich, dass die Bahn aus Kostengründen seit dem Jahr 2007 keine Flut-Versicherung mehr unterhält. Diese Nachricht des Vorstands sorgte im Aufsichtsrat für einigen Unmut. „Die Bahn weiß genau, dass am Ende eh der Bund zahlt. Da hat sie sich die Ausgaben wohl einfach gespart“, zitiert der Spiegel ein Mitglied. Schließlich habe der Bund nach der Jahrhundert-Flut von 2002 zugesagt, niemand solle nachher schlechter dastehen als zuvor. „Das galt ja auch für die Bahn“. Und ein anderer Aufsichtsrat sagte: „Das ist typisch Bahn: Wenn es schlecht läuft, ist sie ein Staatskonzern, wenn es gut läuft, ein unabhängiges Unternehmen.

So wird der deutsche Steuerzahler bei der Bahn bald doppelt zur Kasse gebeten. Einmal über eine mögliche Entschädigung für die Flutschäden durch den Bund und natürlich über höhere Preise.

Auch der Europäischen Kommission ist die Verbindung zwischen der Deutschen Bahn und dem Bund ein Dorn im Auge. Erst vergangene Woche warf die EU-Kommission Deutschland vor, die Bahn möglicher Weise durch eine unzureichende Rechnungsführung quer zu subventionieren.  Denn die Bahn finanziert ihre Tochter-Unternehmen teilweise mit Steuergeldern, die sie vom Bund für den Ausbau des Schienen-Netzes erhält. Zudem geriet die Deutsche Bahn auch ins Visier der Staatsanwaltschaft, von jahrzehntelanger Korruption ist hier die Rede (mehr hier).

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