Vodafone spioniert Deutsche aus und kauft nun Kabel Deutschland

Der britische Geheimdienst Tempora hat über das Transatlantische Glasfaserkabel deutsche E-Mails und Telefongespräche ausgespäht. Tatkräftige Hilfe erhielten die Spione von Vodafone. Vodafone ist gerade im Begriff, den TV-Netzbetreiber Kabel Deutschland zu übernehmen. Mit ihrer Spionage-Tätigkeit empfehlen sich die Briten nicht gerade als vertrauenswürdiger Netzanbieter in Deutschland.

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Dank des Überseekabels TAT-14 konnte der britische Geheimdienst E-Mails und Telefonate abhören.

Dank des Überseekabels TAT-14 konnte der britische Geheimdienst E-Mails und Telefonate abhören.

Deutschland ist sowohl für den britischen als auch den amerikanischen Geheimdienst von großem Interesse. Zu diesem Schluss muss man zumindest kommen, nachdem bekannt wurde, dass der NSA vor allem in Deutschland abhörte. Der britische Geheimdienst, der Government Communications Headquarters (GCHQ), ist nicht besser. Er nutzte das Überseekabel, das Deutschland über Großbritannien mit den USA verbindet, um an Informationen zu kommen.

Über das 15.000 Kilometer lange Glasfaserkabel TAT-14 wird ein sehr großer Teil der Überseekommunikation aus Deutschland abgewickelt. Sowohl die Kommunikation über das Telefon als auch via E-Mail wurde so vom britischen Geheimdienst abgeschöpft. Dies geht aus geheimen Dokumenten hervor, die der Whistleblower Edward Snowden besitzt und die dem NDR und der Süddeutschen Zeitung vorliegen.

Geholfen haben dem britischen Geheimdienst dabei mindestens zwei Unternehmen: Vodafone und Britisch Telecommunications. British Communications wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern. Bei Vodafone sagte man zunächst nur, dass man sich an die Gesetze der Länder halte, in denen man tätig sei. Details wollte Vodafon mit Verweis auf die „nationale Sicherheit“ nicht preisgeben. Die Telekom, der deutsche Teilhaber des Glasfaserkabels, sagte, es lägen keine Erkenntnisse zur Überwachung des britischen Geheimdienstes vor.

Snowden bezeichnete den britischen Geheimdienst in der vergangenen Woche als deutlich „schlimmer“ als die USA (hier). Mittlerweile hat er in Ecuador Asyl beantragt.

Vodafone wiederum denkt nicht daran, sich in irgendein Exil zu begeben – etwa wegen der massiven Beihilfe zur Verletzung von Datenschutz-Gesetzen.

Der Konzern will für 7,7 Milliarden Euro den größten deutschen Kabelanbieter Kabel Deutschland übernehmen. Vodafone hatte vor 13 Jahre Mannesmann geschluckt. Nun will Vodafone der Deutschen Telekom Konkurrenz machen. Der KD-Chef Adrian von Hammerstein ist schon auf die Seite von Vodafone übergewechselt und preist die Briten als besonders schlagkräftig.

Wegen der seinerzeitigen Übernahme waren die Mannesmann-Manager Josef Ackermann und Klaus Esser ins Visier der Justiz geraten. Gegen Zahlung einer Millionen-Summe wurde das Verfahren eingestellt.

Es ist bemerkenswert, dass ein Konzern, der Daten der Deutschen an den britischen Geheimdienst liefert, nun die Deutschen mit einem TV-Programm beschallen wird.

Vermutlich wird Vodafone für sich reklamieren, dass der Konzern wegen seiner Stasi-Schnüffelei den Geschmack des deutschen Publikums besonders gut kennt.

Daher kann sich Kabel Deutschland unter der Vodafone-Herrschaft mit Sicherheit auf Augenhöhe mit den Öffentlich-Rechtlichen Sendern fühlen.


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