Joschka Fischer baut Bruchlandung mit Nabucco

Das spektakuläre Projekt einer Gas-Pipeline von der türkisch-bulgarischen Grenze bis nach Österreich ist gescheitert. Sein wichtigster Lobbyist war der frühere Außenminister Joschka Fischer.

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Das milliardenschwere Nabucco-Projekt, mit dem Gas aus Aserbaidschan nach Europa fließen sollte, ist gescheitert. Damit verliert auch der deutsche Top-Lobbyist Joschka Fischer seinen Job. Der ehemalige Star-Politiker war angeheuert worden, um dem Projekt zum Durchbruch zu verhelfen.

Das internationale Konsortium, das in Aserbaidschan die Gas-Förderung betreibt, hat sich gegen das Nabucco-Projekt entschieden, berichtet Die Presse. Stattdessen soll das Konkurrenzprojekt Trans Adriatic Pipeline (TAP) weiter verfolgt werden.

Das Nabucco West-Pipeline-Projekt wurde federführend vom österreichischen Mineralölkonzern OMV betrieben. Das Gas sollte von der türkisch-bulgarischen Grenze über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich geleitet werden – eine Strecke von 1.300 Kilometern.

Das Konkurrenzprojekt TAP, an dem die schweizerische EGL, die norwegische Statoil und die deutsche E.on Ruhrgas beteiligt sind, ist mit rund 500 Kilometern nicht einmal halb so lang und daher billiger.

Das TAP wird an die Transanatolische Pipeline (Tanap) andocken, die der staatliche aserbaidschanische Konzern Socar gemeinsam mit den Türken quer durch die Türkei bauen will. Auch die Nabucco-Pipeline wollte an der türkisch-bulgarischen Grenze starten. Doch nun hat sich das Konsortium für TAP entschieden.

In dem aserbaidschanischen Gasfeld Shah Deniz II unter dem Kaspischen Meer sind riesige Erdgasvorkommen entdeckt worden.

Der wichtigste Lobbyist des österreichischen Mineralölkonzern OMV ist der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer. Die OMV gehört zu knapp einem Drittel dem österreichischen Staat. Sie hat bereits circa 50 Millionen Euro in die Planung des Nabucco-Projekts investiert, berichtet die FAZ. Das Nabucco-Projekt ist auch von der EU unterstützt worden.

Fischers Niederlage ist auch ein später Triumph für den früheren Kollegen und Bundeskanzler Gerhard Schröder, der für den Konkurrenten Gazprom als Lobbyist tätig ist. Beim Erdgas liegen die beiden seit Jahren im Streit (mehr hier).

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