Erneute Panik in Zypern: Kapitalflucht trotz Kontrollen

Die Einlagen bei den zypriotischen Banken sind massiv gesunken. Die Kapitalkontrollen können offenbar nicht verhindern, dass immer mehr Geld abfließt. Dem Bankensystem droht erneut der Crash. Daher wollte die zypriotische Regierung den Bailout neu verhandeln.

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Durch Haircuts und Kapitalflucht sind die Einlagen auf zypriotischen Banken seit Jahresbeginn massiv zurückgegangen. (Grafik: Zero Hedge)

Durch Haircuts und Kapitalflucht sind die Einlagen auf zypriotischen Banken seit Jahresbeginn massiv zurückgegangen. (Grafik: Zero Hedge)

Die Kapitalkontrollen in Zypern verhindern nicht, dass immer mehr Geld aus dem Bankensystem des Landes abfließt. Die Sparer wollen ihr Geld in Sicherheit bringen und bringen die Banken damit in massive Probleme.

Die Einlagen bei den zypriotischen Banken fielen im Mai um 1,44 Milliarden Euro, berichtet die Zentralbank des Landes. Sie liegen nun bei 55,9 Milliarden Euro. Das sind circa 23 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Kapitalkontrollen wurden in Kraft gesetzt, um einen Bank-Run zu verhindern. Denn im Rahmen des Zypern-Bailouts im März haben Sparer mit Guthaben über 100.000 Euro den Großteil ihrer Guthaben verloren (mehr hier). Wer kann, versucht daher, sein Geld aus Zypern abzuziehen. Denn es drohen weitere Haircuts.

Von Januar bis Mai sind die Einlagen bei zypriotischen Banken um 14 Milliarden Euro zurückgegangen. Allein im April gab es Kapitalflucht und Sparer-Haircuts im Umfang von 6 Milliarden Euro.

Aufgrund der Probleme hatte der zypriotische Präsident, Nicos Anastasiades, kürzlich vorgeschlagen, die strengen Auflagen für die Hilfsgelder der EU zu lockern. Doch damit stieß er bei der EU auf Ablehnung (mehr hier).

Die anhaltende Kapitalflucht zeigt, dass der Bailout nicht fruchtet. Trotz oder gerade wegen des Sparer-Haircuts steuert das zypriotische Bankensystem in den Crash. Die vielen Milliarden Euro an Hilfsgeldern sind letztlich sinnlos verbrannt worden.

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