Berlin: Polizist erschießt nackten Mann – war das unvermeidlich?

Ein offenbar verwirrter Mann war nackt und mit einem Messer in der Hand in den Neptunbrunnen am Alexanderplatz gestiegen. Als er auf einen Polizisten zulief, erschoss der Polizist den Mann. Ein Video zeigt, dass man dem Polizisten eigentlich keinen Vorwurf machen kann. Das gesamte Verhalten der Polizei wirkt jedoch außerordentlich unkoordiniert.

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Die tragische Szene im Berliner Neptun-Brunnen Sekunden vor dem tödlichen Schuss. Drei Polizisten hätten eigentlich in der Lage sein müssen, dem verwirrten Mann in das Bein zu schießen, um ihn kampfunfähig zu machen.

Die tragische Szene im Berliner Neptun-Brunnen Sekunden vor dem tödlichen Schuss. Drei Polizisten hätten eigentlich in der Lage sein müssen, dem verwirrten Mann in das Bein zu schießen, um ihn kampfunfähig zu machen.

Am Freitag hat ein Polizist in Berlin einen nackten Mann erschossen. Dieser war mit einem Messer in der Hand auf ihn zugelaufen.

Der Mann habe zunächst auf einer Bank in der Grünanlage am Neptun-Brunnen gesessen, zitiert die Berliner Morgenpost einen Augenzeugen. „Ohne auch nur einen Laut von sich zu geben, hat der Mann mit einem etwa 20 Zentimeter langen Messer herumhantiert und sich mehrere Verletzungen am Arm zugefügt.“

Anschließend sei der Mann von der Bank aufgestanden und in Richtung Neptunbrunnen gegangen. Dort habe sich er ausgezogen sei „mit dem Messer in der Hand in das Wasserbecken gestiegen“, so der Augenzeuge. Dann habe er sich mehrfach mit dem Messer in den Hals gestochen.

„Zu diesem Zeitpunkt sind die Polizisten eingetroffen und haben versucht, ihn zu besänftigen“, sagte der Zeuge. Doch der Nackte sei mit dem Messer in der Hand direkt auf einen Beamten zugegangen. Die gezogene Waffe des Polizisten ignorierte er. Der Polizist schrie noch: „Messer weg!“ Dann schoss er auf den nackten Mann, der nach einigen Sekunden tödlich verletzt zu Boden ging.

Der 31-jährige Berliner sei an einem Lungendurchschuss gestorben, sagte die Staatsanwaltschaft. Das habe die Obduktion ergeben. Es gebe noch keine Erkenntnisse darüber, dass der Mann unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol gestanden habe.

Polizei und Rettungswagen waren vor Ort, nachdem eine Passantin wegen des offenkundig verwirrten Mannes Alarm geschlagen hatten.

Wie Polizisten ihre Dienstwaffe einsetzen dürfen, ist gesetzlich geregelt. „Ein Polizist darf in Ausübung seiner hoheitlichen Aufgabe auf einen Menschen schießen, um ein Verbrechen zu verhindern oder um den Einsatz von Schusswaffen oder Explosivmitteln durch die Person zu verhindern“, erklärt Oesten Baller, Professor für Polizeirecht an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht.

Wie die Situation bei Angriffen mit Messern bewertet werden muss, sei umstritten, sagte Baller. Zwar gelte auch für Polizeibeamte das Notwehrrecht, das für jedermann gültig ist. Doch in manchen Situationen müsse auch zu Pfefferspray oder zum Schlagstock gegriffen werden, statt die Schusswaffe zu benutzen.

Ein Augenzeuge hat die Szene in einem Video festgehalten und auf Youtube festgehalten. Wenn man diese Szene betrachtet, kann man für die Reaktion des Polizisten Verständnis aufbringen: Der Mann stürmt raschen Schrittes auf den Polizisten zu, der in der Szene überfordert wirkt.

Was man jedoch nicht versteht: Warum ist der Polizist überhaupt zu dem Mann im Brunnen gestiegen? In der Szene sieht man, dass andere Polizisten die Szene aus einiger Entfernung beobachten. Direkt neben dem Mann steht ein zweiter Polizist. Warum hat dieser Beamte dem Mann nicht ins Bein geschossen – um ihn kampfunfähig zu machen, als der Verwirrte auf seinen Kollegen losging? Auch die anderen Polizisten halten ihre Waffen im Anschlag, unternehmen jedoch nichts – obwohl sie selbst keinesfalls bedroht sind.

Gibt es keine anderen Einsatzpläne, einen Mann mit einem Messer zu überwältigen, als ihn aus kürzester Entfernung zu erschießen?

Das tragische Ereignis zeigt, dass auch die modernste Technologie und die besten Schusswaffen nicht ausreichen, um einen solchen Fall zu deeskalieren. Die Polizei sollte statt dem ständigen Terror-Gefasel besser geschult werden, um mit den alltäglich realen Fällen von Gewalt fertig zu werden.

Die Polizeischulen sollten sich an Vorbildern von pseudo-coolen US-Cops orientieren, die bei jeder Gelegenheit die Waffe ziehen und jeden noch so harmlosen „Verdächtigen“ anbrüllen wie verrückt, damit er sich erschreckt – ein Verhalten, das auch der Polizist im Brunnen an den Tag legte; und das schließlich zum fatalen Fehler führte.

Wie sich an dem Vorfall in Berlin zeigt, besteht die größte Gefahr für Leib und Leben immer noch in den unberechenbaren Handlungen von verwirrten Personen.

Mit Terrorismus hat das alles nichts zu tun.

Im Interesse des Wohlergehens der Bürger sollten die deutschen Polizei-Behörden aus der Phantom-Welt des Terrorismus zurückkehren in die Normalität des Alltags-Stresses ist Deutschland.

Einen nackten Verwirrten mit einem Messer muss man nicht aus zwei Metern erschießen.

Nicht in einer realen Welt, in der es oberste Polizisten-Pflicht ist, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn es um das Leben der Bürger geht. Sonst gerät auch hierzulande die Gesellschaft bald komplett aus den Fugen.

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