Crash-Gefahr im Bond-Markt: Zentralbanken stoßen US-Staatsanleihen ab

Noch nie haben ausländische Zentralbanken innerhalb nur einer Woche eine so hohe Summe US-Staatsanleihen abgestoßen. Die Federal Reserve hält einen immer größeren Anteil an den US-Schuldpapieren. Den USA droht die Staatsfinanzierung mit der Notenpresse.

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Ausländische Zentralbanken haben diese Woche eine Rekordsumme an US-Staatsanleihen verkauft. Zudem zogen sich so viele Privatinvestoren aus Anleihe-Fonds zurück wie niemals zuvor.

Die Bestände an US-Staatsanleihen, die von ausländischen Zentralbanken gehalten werden, gingen in der vergangenen Woche um 32,4 Milliarden Dollar zurück. Sie liegen nunmehr bei 2,93 Billionen Dollar, berichtet die FT. Es war die dritte Woche in Folge, dass die ausländischen Zentralbanken Staatsanleihen der USA abstießen.

Der bisherige Rekord war im August 2007, als die ausländischen Zentralbanken US-Staatsanleihen im Umfang von 24 Milliarden Dollar verkauften.

„Wir können zurzeit nur spekulieren, welche Länder verkaufen“, sagte Lou Crandall, Ökonom bei Wrightson Icap. Eine Möglichkeit seien Entwicklungsländer, deren Währungen unter Druck geraten sind.

Auch private Investoren ziehen sich massiv aus Investitionen in US-Staatsanleihen zurück. In der Woche bis zum 26. Juni flossen 10,6 Milliarden Dollar aus entsprechenden Fonds ab, berichtet der Finanzdienstleister EPFR Global.

Entsprechend der Preisverfall bei den Anleihen. Die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen erreichten am Freitag 2,52 Prozent. Anfang Mai hatten sie noch bei 1,62 Prozent gelegen.

Die US-Zentralbank Federal Reserve hingegen kauft weiter massiv US-Staatsanleihen. Wenn die Entwicklung anhält, wird die Fed irgendwann den gesamten US-Anleihemarkt übernehmen. Derzeit hält sie 30,86 Prozent aller US-Staatsanleihen. In der Vorwoche waren es noch 30,63 Prozent. Ihr Anteil an der Gesamtmenge aller US-Staatsanleihen wächst um circa 0,23 Prozentpunkte pro Woche, rechnet Zero Hedge.

Diese massiven Anleihekäufe durch die Fed werden von den Fonds-Managern als Argument dafür angeführt, dass die Flucht aus den Anleihen unbegründet ist. Zudem sei überhaupt nicht absehbar, dass die Zentralbank die Niedrigzinspolitik einstellen wird. Auch dies ist ein Argument für Staatsanleihen.

Doch wenn der Kapitalabfluss aus den Anleihe-Fonds anhält, könnten einige Fonds zu Notverkäufen gezwungen sein, was den Preisverfall beschleunigen würde.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte kürzlich angekündigt, dass die US-Zentralbank ihre Käufe von US-Staatsanleihen zurückfahren wird. Wenn die Fed das tatsächlich tun würde, müssten die Zinsen massiv ansteigen. Doch bei einer Staatsschuldenquote von über 100 Prozent und einem Defizit von circa einer Billion Dollar pro Jahr kann sich das die US-Regierung schlicht nicht leisten.

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