Ägypten: Hunderttausende protestieren gegen Mursi

In Ägypten ist es erneut zu Massenprotesten gegen Präsident Mohammed Mursi gekommen. Im Fokus der Kritik der säkularen Opposition steht die neue Verfassung des Landes. Aber auch die immer schlechter werdende wirtschaftliche Lage destabilisiert das Land.

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Die Massenproteste gegen den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind in vollem Gange. Etwa 200.000 Menschen Regimegegner versammelten sich am Sonntagabend auf dem Tahrir-Platz in Kairo und fordern Mursis Rücktritt. Dabei kam es wieder zu schweren Ausschreitungen, in deren Verlauf drei Menschen getötet und 40 verletzt wurden.

Die Demonstranten stammen zum größten Teil aus dem säkularen Lager. Sie befürchten die Errichtung eines autoritär regierten islamistischen Staats, der durchdrungen ist mit den Kadern der Muslimbrüder. Im vergangenen Jahr wurde eine islamistisch geprägte Verfassung per Volksabstimmung in Kraft gesetzt. Seitdem reißt die Kritik am ägyptischen Präsidenten nicht ab. Mursi hatte der säkularen Opposition eine Überarbeitung der Verfassung angeboten.

Eines der Hauptprobleme Mursis ist jedoch die anhaltend schlechte Wirtschaftslage. Es ist Mursi nicht gelungen, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Auch die hohen Preise bringen die Bürger in Rage. Die EU hatte einen Milliarde Euro nach Ägypten geschickt – das Geld ist jedoch offenbar ohne jede Wirkung in irgendwelchen Kanälen versickert (hier).

Die FT berichtet indes, dass viele der Demonstranten sogar eine Militärregierung den Muslim-Brüdern vorziehen würden. Einige Demonstranten haben am Sonntag das Hauptquartier der Muslim-Brüder in Kairo in Brand gesteckt.

In den vergangenen Tagen sind bei Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und Oppositionellen acht Menschen getötet worden, berichtet Fox News. Mursi hingegen sei sich sicher, dass das ägyptische Militär nicht intervenieren werde – auch wenn das Land an den Rand der „Unregierbarkeit“ geraten sollte.

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