Desertec Stiftung steigt aus: Wüstenstrom-Projekt gescheitert?

Das Wüstenstrom-Projekt steht vor dem Aus. Die Desertec Stiftung zieht sich aus der gemeinsamen Initiative zurück. Die Vision zur Gewinnung von Strom in der Wüste droht zu scheitern. Rund 20 Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt. Das erste Solarkraftwerk ist noch nicht einmal gebaut.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Es sollte Millionen Haushalte mit grünem Strom aus Sonnenenergie versorgen. Doch bevor das erste Kraftwerk überhaupt steht, könnte die gesamte Desertec Industrial Initiative (Dii) schon vor dem Aus stehen. Am Montag teilte das Gründungsmitglied und der Namensgeber der Initiative, die Desertec Stiftung, ihrem Rückzug aus dem Wüstenstrom-Projekt mit.

Die Entscheidung selbst sei bei einer außerordentlichen Sitzung am 27. Juli gefasst worden, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung:

„Mit diesem Schritt zieht die gemeinnützige Stiftung (…) die Konsequenzen aus den unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten bezüglich der zukünftigen Strategie, den Aufgaben und der dafür notwendigen Kommunikation sowie nicht zuletzt des Führungsstils der Dii-Spitze.“

Man wolle mit diesem Schritt „auch vermeiden, unverschuldet in den Sog der negativen Berichterstattung über die Führungskrise und Orientierungslosigkeit des Industriekonsortiums gezogen zu werden“. Der Führungsstreit habe bereits zu erheblichen Irritationen bei den Partnern der DESERTEC Foundation geführt und zerstöre „das Vertrauen und den Ruf in das Konzept von DESERTEC. Dies möchte die Stiftung verhindern“.

20 Unternehmen sind an dem Wüstenstrom-Projekt beteiligt. Erst im Mai wurde mit dem Bau des ersten Kraftwerks in Marokko begonnen – „Sawian 1“. 2016 sollte hier „günstiger und emissionsfreier Strom für eine halbe Million Menschen produziert werden“, hieß es damals. Über die Größe und Kosten des zwischen 600 und 700 Millionen Euro teuren Kraftwerks in Marokko war zuletzt ein Führungsstreit entbrannt.

Doch nicht nur, dass sich mit der Stiftung Desertec ein wichtiges Gründungsmitglied zurückzieht, könnte zum Problem werden. Die Stiftung ist auch noch Namensgeber des Wüstenprojekts und will ihre Rechte daran nicht abgeben – dem Projekt also den Namen entziehen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick