Ägypten: Straßenschlachten, Chaos und 30 Tote

Die Lage in Ägypten ist in der Nacht zum Samstag eskaliert. Die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten Mursi sollen mittlerweile 30 Tote und mehr als 1100 Verletzte gefordert haben. Ein Ende der Gewalt ist derzeit nicht absehbar.

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Der von der ägyptischen Muslimbruderschaft ausgerufene „Freitag der Ablehnung“ hat landesweit zu heftigen Auseinandersetzungen geführt. Das ägyptische Gesundheitsministerium zog am Samstagmorgen Bilanz und spricht derzeit von 30 Toten und 1.138 Verletzten. Mittlerweile soll das Militär die Lage wieder unter Kontrolle haben. Ein Ende der Gewalt scheint allerdings nicht absehbar.

Weitere Proteste angekündigt

Am heftigsten waren die Auseinandersetzungen, die Zehntausende auf die Straßen zogen, in der Hafenstadt Alexandria. Allein dort starben 14 Personen, 200 wurden verletzt. In der Hauptstadt Kairo lieferten sich Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mursi bis spät in die Nacht hinein heftige Gefechte. Dabei sollen auch Steinen, Messer und Molotowcocktails zum Einsatz gekommen sein.

„Es dauerte Stunden, um wieder Ruhe herzustellen“, berichtet Reuters. Die Nil-Brücken rund um das Wahrzeichen der Stadt, dem Ägyptischen Museum, wo die Straßenkämpfe vor allem tobten, seien noch immer ein Trümmerfeld. Nach wie vor würden sich Pro-und Anti-Mursi Demonstranten an verschiedenen Plätzen in der Hauptstadt aufhalten. Die Armee habe sie mit gepanzerten Fahrzeugen getrennt.

Kriegserklärung gegen den Islam

Noch in der Nacht, so berichtet Al Jazeera, riefen die Muslimbrüder dazu auf, die Proteste fortzusetzen. Der politische Arm der Muslimbrüder, die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit begrüßte in einer Erklärung die Mobilisierung gegen den „brutalen Staatsstreich“. Sie forderte jedoch zu einem „friedlich“ Vorgehen auf. Gefordert wird die Wiedereinsetzung von Mursi.

Unterdessen soll sich eine neue Extremisten-Gruppe formiert haben. Diese, so heißt es weiter, betrachte die jüngsten Ereignisse in Ägypten als Kriegserklärung gegen den Islam. Das gab Ansar al-Scharia am vergangenen Freitag bekannt. Al-Scharia, so auch NZZ, habe angekündigt, sich für das islamische Recht – die Scharia – einzusetzen. Und dieses solle notfalls auch mit Gewalt verteidigt werden. Nun würden Waffen gesammelt und mit der Ausbildung der Mitglieder begonnen.

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