Statistiken massiv manipuliert: Ist China schon im Crash-Modus?

China hält wichtige Industrie-Daten zurück. Exportaufträge, Importe und Lagerbestände für den monatlichen Einkaufsmanager-Index fehlen ohne jegliche Begründung. Die chinesische Wirtschaft steht viel schlechter da, als es die Verantwortlichen zugeben wollen. China will eine Panik an den Finanzmärkten verhindern.

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Entwicklung des Einkaufsmanager-Index in Hong Kong. (Grafik: Markit/HSBC)

Entwicklung des Einkaufsmanager-Index in Hong Kong. (Grafik: Markit/HSBC)

Die Statistiker hätten „zu wenig Zeit“, um alle 3.000 Stichproben zu bündeln und die Industrie-Daten rechtzeitig veröffentlichen zu können, heißt es in einer Stellungnahme der China Federation of Logistics & Purchasing. China hält kritische Wirtschaftsdaten für den monatlichen Einkaufsmanager-Index zurück, darunter auch Details zur Entwicklung der weltweit größten Stahl-Industrie.

Bereits Anfang des Jahres wurden Berichte über gefälschte Rechnungen und manipulierte Wirtschaftsdaten aus China bekannt (mehr hier). Weder die Logistik-Föderation noch das Statistikamt gaben für diesen Monat Einzelheiten über die Entwicklung der Exportaufträge, des Imports oder der Lagerbestände bekannt. Die Zurückhaltung der Daten geschehe „vorübergehend“, aber auch ohne Angabe von genauen Gründen.

Die Wirtschaft in China steht viel schlechter da, als es die chinesische Regierung der Welt weismachen will. Alternativen Daten zufolge steht der Export-Index bei 47.7 Punkten, was dem schwächsten Stand seit Februar entspricht. Einer Umfrage von Bloomberg zufolge sind die offiziellen Export-Daten aus China im Schnitt 4 bis 13 Prozent zu hoch. Insidern zufolge sollen die Kriterien für die Zusammenstellung der Daten für die Stahl-Industrie neuen Kriterien angepasst werden.

All das lässt dringende Zweifel an der Validität der Zahlen und Daten aus China aufkommen.

Die Regierung beteuert weiterhin, die Wirtschaft Chinas sei stabil. Es gebe aber „außergewöhnliche strukturelle Probleme“, wie Bloomberg berichtet. Der die Kreditvergabe zwischen Banken in China ist fast zum Erliegen gekommen. Auch Unternehmen kommen nur noch schwer an neue Kredite. Die Medien wurden darauf hingewiesen, nur noch positiv über die „so genannte Geldklemme“ zu berichten (mehr hier).

Die chinesische Zentralbank hat vorübergehend das Gelddrucken eingestellt, was die Kreditklemme verschärft hat. Die Bank of China musste kurz darauf einen Insolvenz-Bericht dementieren (hier). Ohne die Impulse der Zentralbank durch neue Milliarden, die in den Markt gepumpt werden, wird die Wirtschaft in China ausgebremst.

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