Spanien: Verlag von El Pais vor dem Konkurs

Spaniens führendes Medienunternehmen steht vor der Zahlungsunfähigkeit. Prisa, zu dem die wichtigste Tageszeitung El Pais gehört, erwägt eine Konkursanmeldung nach US-Gesetzen. Den Konzern drücken Schulden von mehr als zwei Milliarden Euro.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der hochverschuldete spanische Medienkonzern Promotora de Informaciones SA dürfte knapp davor stehen, insolvent zu sein. Das Unternehmen will schon bald Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-amerikanischen Konkursrechts anmelden.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Der Medienkonzern, besser bekannt unter dem Namen Prisa, kämpft mit einem zwei Milliarden Euro schweren Schuldenberg, berichtet das Wall Street Journal. Das Unternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen. Die Verluste sind vor allem auf die am Boden liegende Werbewirtschaft zurückzuführen, die besonders hart von der Rezession getroffen wurde.

Noch ist die Konkurseröffnung nicht beschlossen. Auch andere Optionen für eine Restrukturierung des Unternehmens seien nach Angaben von Beteiligten weiter offen. Entsprechende Gespräche zwischen Prisa und den an ihr beteiligten Investment-Unternehmen laufen seit Wochen. Zu den größten Gäubigern des Medienkonzerns gehören die Banco Santander und die CaixaBank aus Spanien, die britische HSBC und die französische Investmentbank Natixis.

Auch in Spanien wird wohl ein Konkursverfahren nötig werden. Dieses könnte aber vor allem deshalb erst einmal nach US-Recht eröffnet werden, weil Prisa auch an der New Yorker Stock Exchange (NYSE) notiert.

Der in Madrid ansässige Medienkonzern wird nun wohl zerschlagen. Zu seinen bisherigen Geschäftsfeldern gehören auch Rundfunksender, PayTV-Kanäle und Buchverlage. Die einflussreiche El Pais ist das Flaggschiff des Unternehmens. Es gilt als Qualitätsblatt, das in der Vergangenheit bei der Aufdeckung von Skandalen immer wieder eine bedeutende Rolle spielte. Zuletzt war die Zeitung daran beteiligt, die illegale Parteienfinanzierung in der Partido Popular (PP) von Regierungschef Mariano Rajoy ans Tageslicht zu bringen (hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick