Brasilien: Siemens erstattet Selbstanzeige wegen Kartellbildung

Siemens soll in Brasilien in die Bildung eines Ausschreibungs-Kartells verwickelt sein. Es geht um den Lieferung von U-Bahn-Zügen für die Metro von São Paulo und den Bau einer Hochgeschwindigkeits-Strecke. Der Konzern erstattete Selbstanzeige.

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Siemens hat im Zusammenhang mit der Bildung eines Bieter-Kartells in Brasilien Selbstanzeige gestellt. In der Sache geht es um die Lieferung und Ausrüstung von Zug-Garnituren einer U-Bahn-Linie in São Paulo.

In das Kartell sollen laut Informationen der Tageszeitung Folha de São Paulo auch andere Konzerne verwickelt sein. Genannt werden die französische Firma Alstom, das kanadische Unternehmen Bombardier, die spanische CAF und Mitsui aus Japan. Alle genannten Unternehmen sind auch an der Errichtung eines Hochgeschwindigkeitszuges von São Paulo nach Rido de Janeiro interessiert. Es handelt sich um ein Milliardenprojekt.

Das Kartell soll an mindestens sechs Bieterverfahren beteiligt gewesen sein. Das genaue Ausmaß der Vorwürfe und die Höhe des möglichen Schadens für die ausschreibenden Stellen seien jedoch noch nicht absehbar. Die brasilianische Wettbewerbsbehörde CADE hatte Anfang Juli über Ermittlungen zu einer möglichen Kartellbildung informiert. Die Behörde führte im Zuge dessen auch Razzien bei mehreren Unternehmen durch, nannte aber keine Firmennamen.

Im Gegenzug für die Anzeige habe Siemens eine Kronzeugenregelung unterschrieben, heißt es in dem Zeitungsbericht. Diese solle dem Unternehmen und den Mitarbeitern Immunität gewähren. „Siemens ist über die Untersuchungen der brasilianischen Wettbewerbsbehörde CADE bezüglich der Vorwürfe einer Kartellbildung bei öffentlichen Ausschreibungen für den Bau von Zügen und U-Bahnlinien in Brasilien informiert“, sagte ein Konzernsprecher den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Siemens kooperiere umfänglich mit den Behörden. Zu Details dürfe man sich jedoch nicht äußern.

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