Im Visier der NSA: Facebook-Eintrag ruft Staatsschutz auf den Plan

Der 28-Jährige Daniel Bangert hatte auf Facebook zu einem Spaziergang zum US-Dagger-Komplex aufgerufen. Es wird vermutet, dass sich dort ein möglicher Prism-Stützpunkt befindet. Kurze Zeit später steht die Polizei vor seiner Tür und auch der Staatsschutz griff ein.

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Daniel Bangert wird sich vielleicht in Zukunft zweimal überlegen, welche Folgen ein Facebook-Post für ihn haben kann.

Daniel Bangert wird sich vielleicht in Zukunft zweimal überlegen, welche Folgen ein Facebook-Post für ihn haben kann.

Das Frühwarnsystem des US-Geheimdienstes NSA scheint ausgezeichnet zu funktionieren. Schon ein angekündigter Spaziergang kann zum Verhängnis werden, wie der 28-Jährige Daniel Bangert aus Griesheim erfahren musste. Ein Facebook-Eintrag brachte ihm einen ungewollten Besuch ein. Staatsschutz und Polizei waren alarmiert worden.

Am Samstag berichtete der Griesheimer Anzeiger in seiner Ausgabe von dem 28-Jährigen und dessen Bekanntschaft mit dem Staatsschutz. Daniel Bangert hatte dies einem Facebook-Eintrag vom 4. Juli zu verdanken.

„Sehr verehrte Damen und Herren,

der Vorstand des NSA-Spion-Schutzbund e.V. lädt Sie recht herzlich zu unserem ersten Entdecken und Beobachten Wochenende am Dagger Complex ein. Ganz nach dem Vorbild der von uns geschützten Art, der NSA-Spione, wollen wir uns an den Ort des Geschehens begeben. Vor Ort können wir dann gemeinsam den bedrohten Lebensraum der NSA-Spione erforschen und uns über ihre Tages- und Nachtbeschäftigungen austauschen. Wenn wir ganz viel Glück haben, bekommen wir vielleicht sogar einen echten NSA-Spion mit unseren eigenen Augen zu sehen. Klingt das nicht spannend?“

Dieser Post auf der Seite des „NSA-Spion-Schutzbund e.V.“ zeigte sehr schnell Wirkung.  Fünf Tage später, am Mittwoch, klingelte gegen 7 Uhr das Handy von Bangert. Eine Stimme fragte, ob er für diese Veranstaltung verantwortlich sei. Als Bangert mit „Ja“ antwortete, klingelte es schon an seiner Tür und die Stimme wies ihn an, mit dem Kollegen an der Tür zu sprechen. Vor seiner Tür standen nämlich Polizisten, die ihn über den angekündigten Spaziergang ausfragten. „Es haben nicht viele Leute (zu dem Spaziergang) zugesagt und trotzdem hat es ausgereicht, um die US-Behörden, die Polizei und den Staatsschutz zu aktivieren“, zitiert der Griesheimer Anzeiger Bangert.

Die Polizisten vor seiner Tür erkundigten sich nach Namen, der wahrscheinlichen Teilnehmerzahl für die Veranstaltung und der Veranstaltung selbst. Auch eine Telefonnummer für Rückfragen wollten sie haben. Wenig später erhielt Bangert noch einen Anruf von der Polizei. Der Polizist gab ihm eine Telefonnummer und forderte ihn auf, dort anzurufen, wie Bangert später auch gutjahrs blog! erzählte.

„Ich hab dann dort angerufen und erfahren, dass das ein Herr vom ZK10, von der Abteilung Staatsschutz aus Darmstadt ist. Der hat mich dann auch nochmal gefragt, was es mit dieser Veranstaltung auf sich hat. Bei diesem Gespräch habe ich dann auch erfahren, dass wohl US-Behörden hinter dem Besuch und hinter den Anrufen steckten.“

Später fand dann noch in Bangerts Wohnung ein Gespräch einem Beamten des Staatsschutzes und einem Beamten der Griesheimer Polizeiwache statt. Bangerts wurde dabei unter anderem nach seiner politischen Gesinnung gefragt und, ob er Beziehungen zum Schwarzen Block habe. Außerdem sagte der Polizeibeamte, dass Bangert die Demonstration ankündigen müsse, obwohl Bangerts selbst angab, dass es sich dabei gar nicht um eine Demonstration handele, sondern um einen Spaziergang. Das habe er dann auch getan. Etwa 60 bis 70 Leute seien schlussendlich zu dem Spaziergang rund um den Dagger-Komplex gekommen.

 


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