Nach dem Bailout: Irland braucht weitere Hilfe

Der Ausstieg aus dem Bailout-Programm im Dezember bereitet dem irischen Finanzminister Sorgen. Er zweifelt daran, dass Irland an den Finanzmärkten Kredite zu akzeptablen Konditionen bekommt. Daher fordert er von der Eurogruppe vorsorgliche Kreditzusagen für die Zeit nach dem Bailout.

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Eurogruppen-Chef Dijsselbloem will den irischen Finanzminister Noonan auch nach dem Bailout mit Kreditzusagen unterstützen. Doch die Hilfe ist mit Auflagen verbunden. (Foto: Consilium)

Eurogruppen-Chef Dijsselbloem will den irischen Finanzminister Noonan auch nach dem Bailout mit Kreditzusagen unterstützen. Doch die Hilfe ist mit Auflagen verbunden. (Foto: Consilium)

Irland wird im Dezember als erstes Land der Eurozone sein Bailout-Programm beenden. Doch offenbar können die Iren noch nicht wieder ganz auf eigenen Beinen stehen. Denn die Regierung will von der Eurogruppe für eine vorsorgliche Kreditzusage einfordern.

Was ich gern hätte, ist eine Kreditzusage, die dem Markt zusätzliches Vertrauen geben würde“, zitiert die FT den irischen Finanzminister Michael Noonan. Er hoffe aber, die Kredite niemals wirklich in Anspruch nehmen zu müssen. Doch wenn sich Irland ab Dezember wieder am Markt finanzieren müsse, verschafften die Kreditzusagen dem Land einen Puffer

Zudem benötigt Irland die vorsorglichen Kreditzusagen, um sich für das EZB-Programm zum Ankauf von Staatsanleihen (OMT) bewerben zu können. Denn die EZB fordert, dass ein Land der Eurozone sich zunächst beim ESM um Kreditzusagen bewerben muss.

Diese Zusagen wären mit einer strengen Überwachung Irlands durch Brüssel und die EZB verbunden, in einer ähnlichen Form wie während des Bailout-Programms.

Irland will verhindern, dass im Zusammenhang mit den Kreditzusagen harte Bedingungen an das Land gestellt werden. Nach einem Treffen mit Troika-Beamten sagte Noonan, es gebe aufgrund der von allen Ländern der Eurozone vereinbarten Verpflichtungen keinen Grund für zusätzliche fiskalische Bedingungen für Irland. Die Entscheidung über zusätzliche Bedingungen würden die Finanzminister der Eurozone treffen.

Der Chef der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem hat Irland bereits Entgegenkommen angedeutet: „In der Eurogruppe haben wir schon besprochen, dass wir Irland in der Übergangszeit finanziell helfen, dass das Land eine Art vorsorgende Versicherung bekommt.“ (mehr hier)

Im Vergleich zu Portugal oder Griechenland ist der Irland-Bailout relativ erfolgreich. Die Zinsen auf Staatsanleihen des Landes liegen hier niedriger. Doch selbst die Troika selbst warnt, die Erfolge seien „zerbrechlich“ und das Bailout-Programm müsse weiter „standhaft“ ausgeführt werden. Irland ist im ersten Quartal zurück in die Rezession gerutscht und auch der Bankensektor des Landes wackelt. Hypotheken seien ein ernsthaftes Problem, so der IWF.

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