Zu viel Risiko: Deutsche Bank will Bilanz massiv kürzen

Die Bilanz der Deutschen Bank ist alles andere als erfreulich. Immense Spekulations-Papiere befinden sich darin und machen das Geldhaus zu einem großen Risiko für das deutsche Bankensystem und den Steuerzahler. Nun will die Deutsche Bank ihre Bilanz um ein Fünftel zusammenstreichen.

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Deutsche Bank Chef Anshu Chain muss sich scheinbar einiges einfallen lassen, um die Eigenkapital-Anforderungen zu erreichen (Foto: Screenshot DWN).

Deutsche Bank Chef Anshu Jain muss sich scheinbar einiges einfallen lassen, um die Eigenkapital-Anforderungen zu erreichen (Foto: Screenshot DWN).

Anshu Jain will die Deutsche Bank zu einer der am besten kapitalisierten Banken machen. Doch davon ist sie noch weit entfernt. Um überhaupt die strengeren Kapitalanforderungen erfüllen zu können, plant die Bank nun, die Bilanz zu verkleinern.

Bis Ende 2015 will die Deutsche Bank ihre Bilanz um 20 Prozent reduzieren. Die Bilanzsumme soll dadurch auf eine Billion Euro sinken, berichtet die FT mit Verweis auf Personen, die mit diesem Vorgang vertraut sind. So könne ein Minimum von drei Prozent beim Verhältnis von Eigenkapital und allen vergebenen Krediten erreicht werden.

Zusätzlich dazu erwägt die Deutsche Bank auch Mischkapital beispielsweise über Wandelanleihen im Umfang von sechs Milliarden Euro aufzunehmen. Diese Wandelanleihen können unter bestimmten Umständen in Aktien und somit in Eigenkapital umgewandelt werden, sobald die deutsche Bankenaufsicht angegeben hat, welche Instrumente unter den neuen Basel III-Regeln anerkannt werden.

Die Deutsche Bank rühmte sich bis zuletzt immer damit, wie gut kapitalisiert sie doch sei. Doch einige Finanzexperten hatten in der letzten Zeit Zweifel an der finanziellen Ausstattung des Hauses geäußert. Zwar sehe die Bank gemessen an den Basel III-Regeln schon ganz gut aus, aber dadurch, dass die europäischen Banken selbst die Risikogewichtung ihrer Papiere vornehmen könnten, sei die Eigenkapitalquote mit Vorsicht zu genießen (hier).

Allein der Blick in die Bilanz der Deutschen Bank zeigt Derivate im Wert von über 50 Billionen Euro (mehr hier). Platzt die weltweit stetig wachsende Derivate-Blase, wird es für den deutschen Steuerzahler teuer (hier).

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