Pleitestadt Detroit: Commerzbank drohen dreistellige Millionenverluste

Die Commerzbank muss 310 Millionen Euro abschreiben. Die Bank ist über Tochtergesellschaften in Detroiter Finanzgeschäfte verwickelt. Auch die Hypo Real Estate hat Kredite an Detroit vergeben.

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Die angeschlagene Commerzbank muss nun auch durch die Insolvenz der ehemaligen Autometropole Detroit Verluste verbuchen. Detroit hat bis zu 400 Millionen Dollar von der Commerzbank erhalten. Diesen Betrag (etwa 310 Millionen Euro) muss die Commerzbank nun abschreiben, wie die Welt berichtet.

Detroit hat vergangene Woche den Bankrott verkündet. Die Stadt hat 20 Milliarden Dollar Schulden (mehr hier). Ein Bailout der Stadt kommt für US-Präsident Barack Obama jedoch nicht in Frage. Detroit soll die Probleme mit seinen Gläubigern selbst lösen (hier).

Das ist Pech für die Commerzbank: „Wir sind über Tochtergesellschaften in Detroit engagiert und haben darauf Wertberichtigungen vorgenommen, die aus heutiger Sicht angemessen sind“, sagte ein Sprecher der Bank. Vor allem die ehemalige Staatsfinanzierungstochter Eurohypo, die heute als Hypothekenbank Frankfurt firmiert, habe die Kredite an Detroit geleistet.

Immer wieder sind in den vergangenen Wochen Meldungen über Verlustgeschäfte der Commerzbank an die Öffentlichkeit gelangt. Die Bank hat sich zu schlechten Konditionen aus einem Immobilienfonds in Großbritannien zurückgezogen (mehr hier). Die Manager beeindruckt das nicht. Sie haben ihre Gehälter eigenhändig erhöht (hier).

Auch der Abbau der Schiffskredite läuft stockend und den Kurs der Commerzbank zwischenzeitlich zum Einsturz gebracht (hier). Sogar die Bundesregierung will ihre Anteile an der Commerzbank verkaufen.

Die Commerzbank ist die zweite deutsche Bank, die ein Engagement in der Pleitestadt Detroit offenlegte. Auch FMS Wertmanagement, die „Bad Bank“ der Hypo Real Estate, hält Anleihen im Wert von 200 Millionen Dollar.

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