Drohende Pleite: Zypern muss Zwangsabgabe erhöhen

Ein immer größerer Teil der Guthaben wird zur Rettung der zypriotischen Banken beschlagnahmt. Inzwischen ist es fast die Hälfte der großen Guthaben. Doch da trotz aller Kontrollen die Kapitalflucht aus Zypern anhält, sind weitere Abgaben nicht ausgeschlossen.

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Zypern und seine internationalen Gläubiger haben sich darauf geeinigt, die Zwangsabgabe auf Bankguthaben über 100.000 Euro zu erhöhen. Das Bankensystem des Landes steht vor dem Zusammenbruch.

„Es gab heute Morgen eine Einigung, die eine Zahl von 47,5 Prozent enthält“, zitierte Reuters am Sonntag eine anonyme Quelle.

Im März hatten sich die Regierung Zyperns und seine Gläubiger darauf geeinigt, dass Kontoinhaber mit Guthaben über 100.000 Euro zur Rekapitalisierung der maroden zypriotischen Banken beitragen. Zunächst betrug die Zwangsabgabe nur 37,5 Prozent. Weitere 22,5 Prozent wurden damals als Puffer eingefroren, falls eine zusätzliche Kapitalerhöhung notwendig wird.

Dieses als Puffer eingefrorene Geld wurde nun fast aufgebraucht. Weitere 30 Prozent der Guthaben wurden bereits im März eingefroren. Nur auf 10 Prozent ihrer Guthaben haben die Sparer überhaupt noch Zugriff, und der ist wie bei allen Konten durch die Kapitalkontrollen stark eingeschränkt.

Zypern befindet sich in einem Teufelskreis: Die Kapitalflucht erfolgt immer schneller. Sie ist Ursache und Folge der fortgesetzten Beschlagnahmung von Guthaben. Die Banken verfügen so über immer weniger Liquidität. Bei der derzeitigen Geschwindigkeit der Kapitalflucht wird es in einem Jahr keinen einzigen Euro mehr auf zypriotischen Konten geben (mehr hier).

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