Deutsche Bank: Kunden ziehen Geld ab und stecken es in Immobilien

Die Deutsche Bank meldet mäßige Zahlen. Die Bank kann dank Zuwächsen bei der Baufinanzierung einen Absturz im Privatkundengeschäft verhindern. Auch das Investment-Banking ist durchwachsen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Haben den Blick gerade in die Zukunft gerichtet: Die Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain.

Haben den Blick gerade in die Zukunft gerichtet: Die Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain.

Die aktuellen Zahlen der Deutschen Bank zeigen, dass die Kunden wegen der niedrigen Zinsen Geld abziehen und in andere Anlageformen ausweichen. Die Bank schreibt: „Die Erträge aus dem Einlagengeschäft und Zahlungsverkehr sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 57 Mio € (6%). Dies betraf vor allem Consumer Banking Germany und spiegelte eine strategische Reduzierung der Volumina sowie geringere Margen infolge des anhaltend niedrigen Zinsniveaus wider.“

Die Kunden werden weiter in die Immobilien getrieben. Die Deutsche Bank profitiert davon: „Bei den Erträgen aus dem Kreditgeschäft wurde ein Zuwachs von 22 Mio € (3%) gegenüber dem zweiten Quartal 2012 verzeichnet. Diese Entwicklung war hauptsächlich auf höhere Volumina, insbesondere im Baufinanzierungsgeschäft, zurückzuführen.“

Insgesamt ist das Ergebnis der Deutschen Bank ernüchternd und kann im Grund nur durch geschickte Bilanz-Gestaltung so gehalten werden, dass unterm Strich ein Gewinn bleibt. Das Mikro-Management kann jedoch die Probleme der Bank im rechtlichen Bereich nicht übertünchen: 630 Millionen Euro muss die Bank wegen Rechtsstreitigkeiten mit den Aufsichtsbehörden zurückstellen. Damit sind bereits 3 Milliarden Euro zurückgestellt, die dem Unternehmen wegen der diversen Manipulations-Vorwürfe an Strafen drohen.

Im internationalen Transaktionsgeschäft trübte eine nicht weiter genannter „Kreditfall“ die Bilanz. Das Investment-Banking lief eigentlich nur gut, weil die Bank mit dem billigen Geld der Zentralbanken leidlich erfolgreich spekulieren konnte.

Für Anshu Jain und Jürgen Fitschen sind die aktuellen Zahlen kein Ruhmesblatt. Allerdings sind alle Zahlen der Deutschen Bank immer nur unter Vorbehalt aussagekräftig, weil die Bank über ein gigantisches Derivaten-Geschäft verfügt, das in keiner Bilanz aufscheint und der eigentliche Grund zur Sorge um die Deutsche Bank ist.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick