Frankreich verbietet neue Mercedes-Modelle

Frankreich hat als einziges EU-Land die Zulassung von vier neuen Mercedes-Modellen untersagt. Deren Klimaanlagen verwenden ein Kühlmittel, das angeblich zur Klimaerwärmung beiträgt.

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Frankreichs sozialistische Regierung hat die Zulassung einiger Modelle des deutschen Autobauers Mercedes Benz verboten. Sie verstoßen gegen Umweltauflagen.

Der Verkauf von tausenden Mercedes ist gestoppt worden, seit Paris letzten Monat die Registrierung vier neuer Modelle untersagt hat. Deren Klimaanlagen verwenden das Kühlmittel R134a, das in der EU seit Januar für neue Modelle verboten ist, berichtet die FT. Das Gas trage zur Klimaerwärmung bei, so die EU.

Doch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erlaubte Daimler die weitere Verwendung des Kühlmittels, das in älteren Modellen bis 2017 erlaubt ist. Die EU-Kommission geht derzeit gegen die Entscheidung des KBA vor.

„Die Registrierung von Daimler/Mercedes Modellen der Klassen A, B, CLA und SL bleiben in Frankreich verboten, solange das Unternehmen nicht die geltenden europäischen Vorschriften einhält“, so das französische Umweltministerium. Daimler sagte, die Entscheidung der Franzosen sei „vollkommen unerklärlich“. Kein anderes Land habe die Modelle verboten. Man werde weitere rechtliche Schritte einleiten.

Jean-Claude Bernard, Chef der Vereinigung der Mercedes-Benz-Händler in Frankreich, sagte, die Aktion sei politisch motiviert, „um die Grünen zufriedenzustellen und die deutschen Autohersteller zu schädigen“.

Das Kühlmittel werde in 95 Prozent der Autos in Frankreich verwendet, die eine Klimaanlage haben. Wenn es wirklich so gefährlich sei, dann sollten sie alle diese Autos von der Straße nehmen, so Bernard. 5.000 Lieferungen seien bereits untersagt worden, die Bestellungen seien um 20 Prozent zurückgegangen. Von den betroffenen Modellen sollten circa 30.000 Stück pro Jahr verkauft werden, die Hälfte der Verkäufe in Frankreich.

Brüsseler Beamte sagten am Montag, sie würden mit Berlin und Paris über das Thema verhandeln und die beiden Seiten im September zusammenbringen, um den Streit zu klären.

Der Streit zeigt den deutlichen Unterschied zwischen den Autobauern der beiden Länder. PSA Peugeot Citroën und in geringerem Maße auch Renault leiden massiv unter dem Rückgang der Verkaufszahlen bei den kleinen und mittelgroßen Autos.

Daimler, BMW und Volkswagen hingegen profitieren davon, dass ihre Premiummodelle in den Entwicklungsländern sehr populär sind. Frankreich war verärgert, als Bundeskanzlerin Angela Merkel im Juni eine EU-Initiative blockierte, schärfere Emissionsvorschriften einzuführen, die den deutschen Autobauern geschadet hätten.

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