Strompreis-Manipulation: JPMorgan muss 410 Millionen Dollar zahlen

Durch eine „manipulative Wettstrategie“ hat die Investmentbank JPMorgan den Strompreis um das 80-fache in die Höhe getrieben. Im Streit mit den US-Regulierungsbehörden gab JPMorgan nach und muss nach dem Vergleichsverfahren nun 410 Millionen Dollar zahlen. Im Vergleich zum Quartalsgewinn von 6,5 Milliarden Dollar ist die Strafe eine zu vernachlässigende Größe.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Die Aktienentwicklung von JPMorgan innerhalb eines Jahres: Die Wettgeschäfte der Investmentbanken lohnen sich für diese immer. Daran wird auch das Urteil aus den USA nicht viel ändern. (Graphik: Finanzen.net)

Die Aktienentwicklung von JPMorgan innerhalb eines Jahres: Die Wettgeschäfte der Investmentbanken lohnen sich für diese immer. Daran wird auch das Urteil aus den USA nicht viel ändern. (Graphik: Finanzen.net)

Nach Abschluss eines gerichtlichen Vergleichsverfahrens muss JP Morgan Chase nun 410 Millionen Dollar wegen der Manipulation des kalifornischen Strompreises zahlen. Die Investment Banker bei JPMorgan haben „die Strompreise um bis zu 3.000 Prozent hochgetrieben“, sagte Dawn Kopecki in einem Bloomberg TV-Interview. US-Regulatoren sprechen über eine unnatürliche Preiserhöhung um den Faktor 80. In dem komplexen US-Strommarkt ist es üblich, dass Stromnetzbetreiber die benötigte Energie in einem stündlichen oder täglich aktualisierten Wettsystem kaufen.

In diesem Wettsystem ist Windenergie sehr günstig. Weil die Windparks bei Stillstand Verluste machen, gerät der Strompreis manchmal sogar ins Minus. Die Anbieter bezahlen dann die Netzbetreiber für die Abnahme des Stroms. Wie die Washington Post berichtet, habe JPMorgan in Kalifornien in den letzten Stunden des Tages auf einen Preis von minus 30 Dollar gewettet, nur um den Preis in den ersten Stunden des nächsten Tages auf 999 Dollar pro Megawattstunde zu erhöhen. Dadurch wurde auch der durchschnittliche Preis in die Höhe getrieben und JPMorgan konnte bei Wettabschluss Gewinne erzielen.

Schätzungen der Federal Energy Regulatory Commission (FERC) zufolge habe der Kalifornische Netzbetreiber deshalb einen Preis zahlen müssen der im zweistelligen Millionenbereich „weit über dem Marktpreis“ gelegen habe.

Nun müssen die Investmentbanker dafür 410 Millionen Dollar zahlen. „JPMorgan hätte dem Vergleich nicht zugestimmt, wenn sie eine Chance gesehen hätten, das Gerichtsverfahren zu gewinnen“, sagte Kopecki. Bei einem Gewinn in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar Netto für das zweite Quartal 2013 dürfte JP Morgan Chase ist die Zahlung für JP Morgan eine Petitesse.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick