Nach Putschversuch: Türkisches Gericht verurteilt Regierungskritiker zu hohen Haftstrafen

Die Urteile im Ergenekon-Prozess sind nun gefallen. Nach fünfjährigen Verhandlungen wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem Putschversuch gegen die AKP, wurden zahlreiche Angeklagte zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der ehemalige General Hurşit Tolon erhielt eine 129-jährige Haftstrafe.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Der frühere Generalstabschef Basbug wurde zu lebenslanger Haft verurteilt (Foto: Screenshot).

Der frühere Generalstabschef Basbug wurde zu lebenslanger Haft verurteilt (Foto: Screenshot).

Nun wurden die Urteile im fünfjährigen Ergenekon-Prozess gesprochen. Im Gerichtsgebäude von Silivri standen 275 unter Anklage.

Am härtesten urteilte das Gericht gegen den ehemaligen Kommandanten der westtürkischen Ägäis-Armee, Hurşit Tolon. Der erhielt eine erschwerte Haftstrafe von 129 Jahren, berichtet das Nachrichtenportal Haber 7.

Hart traf es auch den Vorsitzenden der linksorientierten Türkischen Arbeiterpartei (İşçi Partisi ) Doğu Perinçek. Perinçek erhielt eine Haftstrafe von 117 Jahren. Auch der pensionierte türkischer Brigadegeneral, Veli Küçük, wird den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen müssen. Der ehemalige Generalstabschef der türkischen Streitkräfte, İlker Başbuğ, erhält ebenfalls eine lebenslange Haftstrafe.

Nur 21 Personen von den insgesamt 275 Angeklagten wurden freigesprochen. Die Urteile lösten einen Sturm der Entrüstung bei den Zuschauern im Gericht aus. Es fielen Parolen wie zum Beispiel „Seite an Seite gegen den Faschismus“, „Wir sind Mustafa Kemals Soldaten“ oder „Nieder mit Tayyips Diktatur.“

Der türkische Ministerpräsident Erdoğan sagt, dass die Zeiten der Putsch-Versuche vor seien. (Foto: http://www.akparti.org.tr)

Der türkische Ministerpräsident Erdoğan sagt, dass die Zeiten der Putsch-Versuche vor seien. (Foto: http://www.akparti.org.tr)

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick