Schon wieder Not: Barroso will seiner Heimat Portugal mehr Geld geben

Mitte 2014 läuft das erste Bailout-Programm Portugals aus. Doch das Land braucht ein weiteres Rettungspaket. Die Banken des Landes haben im Juli EZB-Kredite in Rekordhöhe aufgenommen. Die Zahl der faulen Kredite steigt unentwegt. Die EU-Kommission bereitet bereits ein zweites Rettungspaket für das Land vor.

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Für sein Heimatland Portugal zieht Barroso verschiedene Wege in Betracht - er zumindest sieht ein Licht am Ende des Tunnels (Foto: EU-Kommission).

Für sein Heimatland Portugal zieht Barroso verschiedene Wege in Betracht – er zumindest sieht ein Licht am Ende des Tunnels (Foto: EU-Kommission).

Die Rettungspolitik der Troika kann wieder einmal als gescheitert gelten. Nach immer noch immens großen Problemen in Griechenland und Irland, spitzt sich auch die Lage in Portugal immer weiter zu. Das Land soll eigentlich Mitte 2014 das Bailout-Programm verlassen. Doch die EU-Kommission hat bereits Überlegungen über ein neues Bailout angestellt.

Bisher hat die portugiesische Regierung über das Bailout-Geld 5,6 Milliarden Euro in die nationalen Banken gepumpt – 12 Milliarden Euro sind insgesamt für deren Rekapitalisierung vorgesehen. Wie angeschlagen das portugiesische Bankensystem weiterhin ist, zeigen die neuen Zahlen der portugiesischen Zentralbank. Demnach haben die Banken im Juli EZB-Kredite in Rekordhöhe aufgenommen. Diese steigen von 49,4 Milliarden Euro auf 50,2 Milliarden Euro, so Bloomberg. Der höchste Betrag seit sieben Monaten.

Neben dem fehlenden Eigenkapital der Banken ist auch die Anzahl der faulen Kredite ein Problem. Am Mittwoch warnte die Ratingagentur Fitch vor den hohen Risiken in den Bilanzen der Banken. Fitch zufolge werden die faulen Kredite angesichts der Rezession und der hohen Arbeitslosigkeit auch im kommenden Jahr weiter zunehmen. Wie anfällig die Staatsanleihen des Landes jedoch noch sind, zeigte sich bereits vor einigen Wochen. Eine handfeste Staatskrise stand vor der Tür – mit mehreren Rücktritten – und die Zinskosten lagen daraufhin sehr schnell wieder bei über sieben Prozent (hier).

In Brüssel werden für ein abermaliges Einschreiten bereits erste Pläne geschmiedet. Mit Verweis auf zwei hochrangige EU-Beamte berichtet die spanische Zeitung El Pais, dass bereits ein Soft-Bailout geplant wird. Dabei soll es vordergründig um eine „vorsorgliche Kreditlinie“ gehen, so die Beamten. Diese soll im nächsten Jahr vergeben werden. Damit soll sichergestellt werden, dass es am Ende des eigentlichen Bailouts nicht ein böses Erwachen gibt.

Ende Juli warnte jedoch die französische Investment-Bank Natixis vor weiteren Krediten. Portugal sei schon jetzt Pleite. Die Entscheidungsträger in der Euro-Zone versuchen nur mehr, die „Illusion“ aufrecht zu erhalten, dass Portugal sich noch selbst von seiner Schuldenlast befreien könnte. Weitere Kredite würden jedoch die Situation nur noch weiter verschlimmern (hier).

 


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