Bailout durch die Hintertür: Monte dei Paschi kauft italienische Staatsanleihen

Die Koalitions-Regierung in Rom hat die am Rande des Abgrunds taumelnde Monte dei Paschi di Siena mit einem umstrittenen Deal gerettet. Die Folge: Weiter drei Milliarden Euro der italienischen Steuerzahler stecken in einer Bank, über deren Verfassung im Grunde niemand mehr Auskunft geben kann.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Entwicklung der Investitionen in italienische Staatsanleihen der drittgrößten italienischen Bank, Monte dei Paschi. (Grafik: Zero Hedge)

Entwicklung der Investitionen in italienische Staatsanleihen der drittgrößten italienischen Bank, Monte dei Paschi. (Grafik: Zero Hedge)

Im Juni hat die älteste Bank der Welt, Monte dei Paschi, italienische Staatsanleihen im Wert von über drei Milliarden Euro gekauft. Damit hat die Bank ihr Investitionsvolumen bei den italienischen Staatsschulden fast verdoppelt. Paradoxer Weise sind Italiens Schulden die beste Sicherheit, die sich die Bank wünschen kann.

Denn die italienische Regierung muss die drittgrößte Bank Italiens immer wieder mit Finanzhilfen am Leben erhalten. Anderenfalls reißt sie den Staat noch tiefer in den Schuldensumpf. Monte dei Paschi besitzt italienische Staatsanleihen im Wert von 29 Milliarden Euro (siehe Grafik), so viel wie nie zuvor, berichtet Zero Hedge.

Die italienische Regierung erhöht also ihre ohnehin schon enormen Staatsschulden für Kredite und Garantien an eine Bank, die eigentlich zahlungsunfähig ist. Diese soll mit dem Geld wiederum italienische Schulden kaufen.

Die Rettung stellt nichts anderes als eine klassische Rettung der Bank durch den Steuerzahler dar – also einen Bailout.

Anders als Spanien verfolgt die Regierung in Rom jedoch die Strategie, ihre Banken-Problem noch nicht mit EU-Geldern, sondern intern zu lösen (mehr hier).

Der Fall der Monte ist besonders interessant, weil bis heute die Rolle von EZB-Chef Mario Draghi ungeklärt ist, der während der Zeit eines höchst umstrittenen Zukaufs bei der italienischen Bankenaufsicht für die Monte war, sich jedoch nach Bekanntwerden des Deals umgehend einen Freispruch von seinen Nachfolgern beim Regulierer hat geben lassen (mehr zu diesem Krimi, bei Goldman Sachs eine wichtige Rolle spielte – hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick