Société Générale erwartet Spekulation gegen den Schweizer Franken

Die Risiken in der Eurozone seien gebannt, so die französische Großbank Société Générale. Daher werde der Schweizer Franken seinen Status als sicherer Hafen verlieren. Der Eurokurs könnte schon Mitte des kommenden Jahres bei 1,35 Franken liegen.

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Seit der Eskalation der Eurokrise hat der Franken Investoren aus der ganzen Welt als sicherer Hafen gedient. Diesen Status droht die Schweizer Währung nun einzubüßen, so eine Studie der französischen Großbank Société Générale.

Nach einer Prognose der Bank könnte der Kurs des Franken gegenüber dem Euro bis Mitte kommenden Jahres um 10 Prozent einbrechen, berichtet CNBC. Derzeit liegt der Eurokurs bei circa 1,23 Franken, Mitte 2014 könnte er bei 1,35 Franken liegen.

„Das systemische Risiko in der Eurozone ist zurückgegangen, und weitere Fortschritte werden gemacht werden, um die Solvenz-Probleme der Eurozonenländer in Angriff zu nehmen“, so die Société Générale.

Eine weitere Zusammenarbeit der europäischen Führer, etwa eine schnelle Einigung zur Bankenunion, sowie eine Verbesserung der Wachstumsaussichten für die Eurozone hätten negative Folgen für die Schweizer Währung. Der Schweizer Franken werde seinen Reiz als alternatives Investment verlieren.

In letzter Zeit hatten wirtschaftliche Indikatoren einen möglichen wirtschaftlichen Aufschwung angezeigt. So erreichte der Einkaufsmanager-Index für die Eurozone im Juli fast ein Zweijahreshoch. „Zudem werden die wirtschaftliche Erholung in den USA und höhere weltweite Rendite dazu führen, dass Kapital aus den sicheren Häfen in Vermögen mit höheren Renditen abfließt“, so die Bank.

Allerdings bestehe das Risiko, dass die Schweizerische Nationalbank im kommenden Jahr die Zinsen anhebt, um einer möglichen Immobilienblase im Land entgegenzuwirken. Dies könne den Abfluss aus dem Franken begrenzen, so die Société Générale. Seit der globalen Finanzkrise 2008 sind die Immobilienpreise aufgrund der extrem niedrigen Zinsen massiv angestiegen.

Nach Ansicht von Senior Callow, Währungsstratege bei der australischen Westpac-Bank, ist es zu früh, um gegen den Franken zu wetten. „Entscheidend ist, wie man die Stärke des Euro beurteilt und ob man denkt, die Staatsschuldenkrise liege größtenteils hinter uns“, so Callow.

Seine Bank erwarte, dass die Rezession in der Eurozone noch mindestens ein ganzes Jahr anhalte. Die Nachfrage nach dem Franken als sicherem Hafen werde in diesem Zeitraum bestehen bleiben, sagt Callow. Westpac erwarte für Mitte des kommenden Jahres, dass der Franken etwas stärker als heute sein wird. Der Eurokurs werde dann bei 1,21 Franken liegen.

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