Wegen Krise: Tausende deutsche Bank-Filialen geschlossen

Der Trend der europäischen Banken in Richtung vermehrtes Investmentbanking zeigt sich auch auf dem Straßenbild. Seit der Finanzkrise 2008 wurden 20.000 Bank-Filialen geschlossen. Allein in Deutschland wurden immerhin 3.300 Filialen seitdem dicht gemacht – mehr als in Italien und Griechenland zusammen.

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Die europäischen Banken müssen ihr Eigenkapital drastisch erhöhen. Doch tatsächlich scheint dies nicht über eine Verringerung der risikoreichen Geschäfte zu geschehen, sondern vielmehr durch die Reduzierung des Kundengeschäfts. Investmentbanking ist einfach lukrativer angesichts des billigen EZB-Geldes. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 wurden über 20.000 Bank-Filialen in der EU geschlossen. Das spart Personal, Miete, Strom und einiges mehr.

Allein im vergangenen Jahr sind in der EU etwa 5.500 Filialen dichtgemacht worden – die meisten davon in der Eurozone, wie die neuesten Daten der EZB zeigen. Doch nicht vermehrt in Südeuropa kam es zum Abbau von Bankfilialen – sondern auch in Deutschland, den Niederlanden und Belgien.

In der Zeit von 2008 bis 2012 sank die Zahl der Bankfilialen in Deutschland von 39.531 auf 36.239 – also um etwa 3.300. Das ist sehr viel im Vergleich beispielsweise zu Italien (-1.641) und Frankreich (-1.108) – Frankreich wies 2008 mit 39.467 Filialen eine ähnliche Dichte auf wie Deutschland. Italien mit 23.169 (2008) etwas weniger. Neben Deutschland war vor allem Spanien am schwersten vom Filialabbau betroffen. Wies das Land 2008 noch 46.065 Filialen auf, waren es 2012 nur noch 38.142.

In einigen Ländern gab es jedoch auch eine gegenteilige Entwicklung. So wuchsen beispielsweise die Filialen in Österreich in den Jahren von 2008 bis 2012 um 217 auf 4.460. In Polen kamen sogar über 2.000 Filialen hinzu.

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