US-Gericht verbietet Namen „Messias“: Kind muss „Martin“ heißen

Eine Richterin vertrat die Auffassung, dass der Name Messias nur der Bibelgestalt Jesus Christus zukomme. Zudem würde ein solcher Name den Jungen in Konflikte mit der christlichen Bevölkerung bringen. Daher änderte die Richterin den Namen.

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Ein US-Gericht hat den Namen eines Jungen geändert, der von seinen Eltern Messias (englisch: Messiah) genannt worden war. Es argumentiert sowohl mit religiösen Ansichten als auch mit dem Kindeswohl.

Richterin Lu Ann Bellew an einem Gericht im US-Bundesstaat Tennessee hat angeordnet, dass Jaleesa Martin ihren Sohn nicht Messias nennen darf. Stattdessen änderte die Richterin den Namen des Jungen in Martin um, berichtet The Tennessean. „Das Wort Messias ist ein Titel, und es ist ein Titel, den nur eine Person verdient hat, und diese Person ist Jesus Christus“, so die Richterin.

Die Mutter Jaleesa Martin und der Vater konnten sich nicht auf einen Nachnamen für den Jungen einigen. So landeten sie bei der Kinderbeihilfe des Bezirks, die den Streit entscheiden sollte. Die Eltern hatten jedoch nicht erwartet, dass dabei der Vorname des Jungen geändert werden würde.

Doch Richterin Ballew ordnete für den sieben Monate alten Junge nun den Namen „Martin DeShawn McCullough“ an. Er enthält die Nachnamen beider Eltern, jedoch nicht mehr den Vornamen Messias, auf den die Eltern sich eigentlich geeinigt hatten. Die Richterin ordnete an, dass der Name auf der Geburtsurkunde geändert werden muss.

Jaleesa Martin, die noch zwei andere Kinder mit den Namen Micah und Mason hat, sagte: „Ich war schockiert. Es war niemals meine Absicht, meinen Sohn Messias zu nennen, weil das Gott heißt, und ich hätte nicht gedacht, dass eine Richterin den Namen meines Babys wegen ihrer religiösen Ansichten ändern kann.“

Richterin Ballew sagte, dies sei das erste Mal, dass sie eine Namensänderung angeordnet habe. Dies sein die beste Entscheidung für das Kind, vor allem da es in einer stark christlichen Bevölkerung aufwachse. „Das kann ihn in Konflikte mit vielen Menschen bringen“, so die Richterin.

Hedy Weinberg, Leiterin der Bürgerrechtsvereinigung ACLU, sagte, die Richterin hätte den Namen Messias nicht verbieten dürfen. Denn Eltern hätten das Recht, den Namen ihres Kindes zu bestimmen. Der Glaube der Richterin sei eine Privatangelegenheit. „Sie hat nicht das Recht, ihren Glauben anderen aufzuzwingen, aber das ist es, was sie getan hat“, so die Bürgerrechtlerin. ACLU will die Mutter unterstützen, die Einspruch gegen die Entscheidung der Richterin eingelegt die.

Der Messias steht derzeit auf Platz 387 der Liste der beliebtesten Jungennamen der USA auf nameberry.com, einem Blog zu Babynamen. Der Name Jesus findet sich auf Platz 101.

Nick Harrison, Mitautor eines Buches über christliche Vornamen, hat Verständnis für die Entscheidung der Richterin. Eltern müssten vorsichtig sein, wenn sie ihren Kindern ungewöhnliche Namen geben. Denn dies könne Probleme für die Kinder mit sich bringen.

Harrison sagte, Namen könnten dazu beitragen, die Identität eines Kindes zu bilden. Die Bedeutung seines Namens zu kennen, gebe dem Kind etwas, nach dem es streben kann. Der Name Messias gehe jedoch zu weit, das könne man nicht erreichen, so der Buchautor.

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