Monats-Lohn in Deutschland: Bürger 1.500 Euro, Manager 200.000 Euro

Die Kluft der Einkommen in Deutschland ist beträchtlich: Die Vorstandsvorsitzenden de DAX-Konzerne verdienen das 133fache des durchschnittlichen Deutschen. Früher gab es einmal die Faustregel, dass der Chef einer Fabrik nicht mehr als das 12fache eines einfachen Arbeiters verdienen solle. Das ist allerdings schon lange her.

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Das bedarfsgewichtete Median-Nettoeinkommen ist in Deutschland eher bescheiden. (Tabelle: IW)

Das bedarfsgewichtete Median-Nettoeinkommen ist in Deutschland eher bescheiden. (Tabelle: IW)

Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat seine traditionelle Studie zu den Einkommen vorgestellt.

So richtig reich sind die Deutschen demnach nicht.

Die Durchschnittseinkommen in Deutschland sind vielmehr bescheiden: Selbst 1.542 Euro pro Monat wie in Baden-Württemberg sind kein Spitzenwert.

Die Berechnung erfolgt auf Meredian-Basis, was die Sache etwas kompliziert macht. Es handelt sich um die bedarfsgewichteten Median-Nettoeinkommen, das heißt, es wird auf familiäre und regionale Unterschiede abgestellt.

Aber man kann doch sagen, dass die Größenordnungen in etwa das treffen, was die durchschnittlichen Deutschen nach 40 Stunden Wochenarbeit am Monatsende nach Hause bringen.

Im Vergleich dazu sind die Spitzeneinkommen von Managern von einem anderen Planeten. Spitzenreiter Martin Winterkorn verdiente 2011 im Jahr 1,3, Millionen Euro monatlich, Schlusslicht Martin Blessing kam auf 50.000 Euro im Monat. Das sind die Bruttobeträge. Wenn man davon ausgeht, dass alle unterm Strick 50 Prozent Einkommensteuer zahlen, sind wir bei 650.000 Euro für Winterkorn und bei 25.000 bei Blessing (das ist so wenig, weil die Bank vom Staat gerettet wurde und daher die gehälter der Manager vorübergehend gedeckelt waren).

Der Durchschnitt für das Jahr 2011 für die 30 DAX-Vorstandsvorsitzenden ergibt etwa 400.000 Euro monatlich brutto, also etwa 200.000 Euro netto im Monat.

Das ist das 133fache vom Durchschnitt der Deutschen.

In der Schweiz hat die sogenannte Abzocker-Initiative durchgesetzt, dass die Gehälter der Bosse künftig gedeckelt werden sollen. Eine Front von Linken und Grünen will im November das verbindliche Verhältnis 1:12 durchsetzen – das heißt, der bestverdienende Manager darf nur 12mal so viel verdienen wie ein einfacher Arbeiter.

In Deutschland sind derartige Initiativen unbekannt.

Verkehrt wären sie nicht.

Denn die angestellten Manager tragen Null Risiko. Die Leistungen dagegen sind oft recht bescheiden. Außerdem sind in den Gehältern nicht die lukrativen Nebenverdienste eingerechnet, etwa durch Aufsichtsratsmandate, Vorträge und andere Nebentätigkeiten.

Was gerne übersehen wird: Die Gehälter der Manager fallen nicht vom Himmel. Sie müssen von den Mitarbeitern verdient werden.

Unternehmer und Entrepreneure dagegen sind bei Gehältern meist zurückhaltender, weil sie – anders als die Manager-Söldner – wirklich verantwortlich für das Unternehmen sind und daher kein Interesse an der Ausbeutung haben.

Eine breite gesellschaftliche Diskussion über das Thema mit Folgen wäre höchst wünschenswert.

Denn nachhaltig ist diese gewaltige Einkommens-Kluft keinesfalls.

Und daher auch nicht gerecht.

Sie spielen in einer anderen Liga: Die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne.

Sie spielen in einer anderen Liga: Die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne.


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