US-Studie: Ärzte sind käuflich

Ärzte, die Geld von den Pharmakonzernen erhalten, verschreiben auch doppelt so oft deren Produkte. Schon geringere finanzielle Leistungen wie Einladungen zum Essen oder zu Vorträgen zeigen Wirkung.

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Wenn Ärzte von Pharmaunternehmen Geld oder andere Leistungen erhalten werden, dann verschreiben sie deutlich öfter auch deren Produkte.

Ein typischer Arzt in der Studie verschrieb die Medikamente zwölf führender Pharmakonzerne mit einer Wahrscheinlichkeit von 13 Prozent. Diese Wahrscheinlichkeit stieg jedoch auf 30 Prozent, wenn der Arzt Einladungen zum Essen oder zu Vorträgen, Beratung oder andere Leistungen von den Konzernen erhielt.

Die Studie der Universität von Kalifornien und der Universität von Washington zeigt, dass auch äußerliche Einflüsse eine Rolle spielen, wenn man zum Arzt geht. Die Forscher analysierten die öffentlichen Daten über von Ärzten angenommene Leistungen. Diese verglichen sie mit den Verschreibungen derselben Ärzte, die sie beim staatlichen Gesundheitssystem Medicare einreichten.

Pharmakonzerne geben jedes Jahr Milliarden Dollar für Marketing aus. So laden sie Ärzte zum Essen ein, um ihnen dabei Informationen über ihre Medikamente zu geben. Sie bezahlen sie für Vorträge und finanzieren Forschungsprojekte. Einige medizinische Spezialisten, sogenannte entscheidende Meinungsführer, erhalten jährlich hunderttausende Dollar.

Der durchschnittliche Arzt erhält zwar nur 1.700 Dollar im Jahr. Doch schon diese bescheideneren Leistungen können offenkundig die Entscheidungen von Ärzten beeinflussen. In der Studie verschrieben sie die Produkte der zwölf untersuchten Pharmakonzerne um 7 bis 9 Prozent häufiger.

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass männliche Ärzte empfänglicher für den Einfluss der Pharmakonzerne sind als weibliche.

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